Der Neufvilleturm auf dem Jähenberg.
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Der Neufvilleturm auf dem Jähenberg.

Eppstein

Freie Sicht vom Eppsteiner Neufvilleturm

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Blickachse auf die Eppsteiner Altstadt und die mittelalterliche Burg ist wiederhergestellt. Jetzt soll der Neufvilleturm saniert werden. Wie er künftig genutzt wird, ist noch nicht entschieden.

Vor wenigen Wochen noch umwucherten Bäume und Buschwerk den Eppsteiner Neufvilleturm. Von der Altstadt aus war das im Bergpark Villa Anna gelegene historische Gemäuer kaum noch zu sehen. Jetzt ist der Blick wieder frei ins Tal, und die Sichtachse, wie Turmbauer Alfred von Neufville sie vor 126 Jahren hatte planen lassen, ist wiederhergestellt.

Mit riesigen Lastwagen sei der Grünschnitt über die schmale Serpentinenstraße fortgeschafft worden, berichtete Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon (CDU). Unterstützung bekam die Stadt von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer, die sich spontan zusammenfand, als feststand, dass der Neufvilleturm, der seit sechs Jahren leersteht, saniert werden soll. Bürgerinnen und Bürger halfen auch beim Entkernen des mehr als 100 Jahren alten Gebäudes mit. Zwei Holzhütten mit Gerümpel wurden leergeräumt, ein Schuppen und ein Vorbau abgerissen, die Wohnräume der früheren Pächter und die Keller von übrig gebliebenem Bauschutt und Müll befreit.

Neufevilleturm

Erbauer des im Bergpark Villa Anna gelegenen Bauwerkes ist der Frankfurter Bankier Alfred von Neufville.

Im Stile einer mittelalterlichen Ritterburg ließ er den Turm 1894 oberhalb des Eppsteiner Bahnhofes errichten. Er selbst wohnte mit seiner Familie in den Sommermonaten in der ebenfalls im Bergpark gelegenen Villa Anna.

Seit 1933gehört der Neufevilleturm der Stadt. Neben der mittelalterlichen Burgruine und dem klassizistischen Kaisertempel ist der Turm eines der drei Wahrzeichen Eppsteins. 

Als schließlich Fachleute die Bausubstanz prüften, stellten sie fest: Der Neufvilleturm ist in einem deutlich besseren Zustand als befürchtet. Die Schäden am Dach und im Mauerwerk sind überschaubar. „Der Turm ist keine völlige Ruine“, bestätigte Architekt Jan Hoffmann der FR. Erneuert werden müssten Dämmung, elektrische Leitungen und Heizung. „Dann kann man den Turm wieder bewohnen beziehungsweise den Saalbau nutzen.“

Ob und wann das der Fall sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Denn erst muss die eigens gegründete Stiftung, deren Träger der Eppsteiner Verschönerungsverein ist, ein neues Nutzungskonzept für den Turm entwickeln. Danach sollen Spenden gesammelt werden.

Dass wieder ein Kaffeehaus im Neufvilleturm aufmacht, hält Bürgermeister Simon für unwahrscheinlich. Dazu sei das im Stil einer mittelalterlichen Ritterburg mit Bergfried und Zinnen errichtete Bauwerk zu abgelegen. „Das rechnet sich für keinen Gastronomen.“

Leerstehen soll der Neufvilleturm aber nicht für alle Zeit. Besucher würden in Zukunft auch wieder die Möglichkeit bekommen, auf die Aussichtsplattform zu steigen, um von dort aus den Rundumblick über die Taunushügel bis zur Burg Königstein zu genießen, verspricht der Rathauschef. Womöglich kann auch der Saal mit imposanter Holzdecke, in dem Alfred von Neufville einst seine Jagdtrophäen untergebracht hatte, Treffpunkt für die Öffentlichkeit werden. Unterm Holzfußboden fanden die Entkerner dort vor kurzem die originalen Terrazzofliesen.

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