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Kelkheim

Football mit Fähnchen

Die „Lizzards“ der Sportgemeinschaft gründen eine Universitätsmannschaft. Die erfahrenen Spieler sorgen dafür, dass die Neulinge von der Uni beim Erlernen der richtigen Wurf- und Fangtechniken direkt auf einem hohen Niveau einsteigen.

Von Tom Weimar

Sekundenlang starren sich die Männer in die Augen. Sie stehen einander gegenüber, fünf von ihnen auf jeder Seite. In der Hocke verharren sie, niemand rührt sich. „Down, set, hut!“, schreit plötzlich einer von ihnen. Die Footballspieler sprinten los.

Solche Bilder kennt man von Fernsehübertragungen des American Football. Im Vergleich zum Original geht es bei den Flag-Footballern des SG Kelkheim, den „Lizzards“, aber deutlich friedlicher zu. Es reicht es aus, wenn die Verteidiger ihren Gegnern bunte Fähnchen von der Taille reißen. Zwei dieser „Flags“ sind links und rechts mit Klettverschluss an den kurzen Sporthosen der Männer befestigt. Im Spiel versuchen fünf Offensivfootballer, den eiförmigen Ball hinter die Torlinie der gegnerischen Defensivspieler zu bringen. Die tun ihr Bestes, um den Angriff abzuwehren.

Die relativ niedrige Verletzungsgefahr kommt Sportlern zugute, die es sich nicht leisten können, häufig außer Gefecht zu sein – zum Beispiel, weil sie studieren. An einigen Universitäten gehört das hierzulande insgesamt noch nicht sehr weit verbreitete Flag-Football deshalb bereits zum Angebot des Hochschulsports.

Der 23-jährige Oliver Krämer studiert Sport an der Goethe-Universität in Frankfurt und spielt seit zwei Jahren bei den Lizzards. Auf einem Turnier wurde er gefragt: „Warum habt ihr keine Uni-Mannschaft?“ Trainer Torsten Grom, seit Gründung der Lizzards 2001 Teil der Mannschaft, fand die Idee gut. Der SG Kelkheim hat Flag-Football bereits am Privatgymnasium Dr. Richter in Kelkheim und der Gesamtschule in Fischbach angeboten.

Krämer gelang es, die Universität von dem Vorhaben zu überzeugen. Aus Groms Sicht auch deshalb, weil die Hochschule wenig zu organisieren hat. Nachdem Flyer verteilt, Plakate aufgehängt und Aufrufe in studentischen Facebook-Gruppen gestartet wurden, standen Mitte April vier neue Mitspieler auf dem Platz, mittlerweile sind es neun. „Das ist noch ausbaufähig“, findet Grom. Der 37-Jährige will die Studenten dauerhaft für den Sport begeistern, damit sie nach dem Studium dem Verein beitreten.

Janik Schrobsdorff jedenfalls ist sehr angetan von der neuen Sportart. „Beim Flag-Football kann jeder seine Stärken einbringen“, sagt der 23-Jährige, der an der Goethe-Uni eine Ausbildung zum Industriemechaniker macht. Neben dem Rennen gehe es auch um Taktik. Er habe die Randsportart aus dem Angebot des Hochschulsports gezielt wegen der Körperlosigkeit ausgewählt. „Ich wollte keine körperaggressive Sportart wie Fußball, wo taktisch gefoult wird“, erklärt der Azubi. „Passiert hier nie!“, ruft ein vorbeijoggender, ein paar Jahre älterer Teamkollege mit einem ironischen Grinsen im Gesicht.

Die Studenten sind bei den Lizzards ins reguläre Training integriert. Das bedeutet, sie trainieren gemeinsam mit Nationalspielern, die sich mit Rennradfahren oder Handball fit halten. Immer wieder werden Spieler der Lizzards für das deutsche Flag-Football-Nationalteam rekrutiert. Mit einem zweiten Platz waren sie 2015 das beste deutsche Team beim „Big Bowl“ in Walldorf, dem größten Flag-Footballturnier Europas.

Die erfahrenen Spieler sorgen dafür, dass die Neulinge von der Uni beim Erlernen der richtigen Wurf- und Fangtechniken direkt auf einem hohen Niveau einsteigen. Mit den Hochschulsportlern möchte der Verein im nächsten Sommer bei den Outdoor-Universitätsmeisterschaften an den Start gehen.

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