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Die Anlage liegt zwar am Ortsrand, aber auch in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet.
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Die Anlage liegt zwar am Ortsrand, aber auch in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet.

Kriftel

Flüchtlingsheim für Familien

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Neue Container-Anlage bietet Platz für 40 Menschen. Zahlen steigen weiter an.

Die weltweiten Krisen machen auch vor Kriftel nicht halt. Nachdem die Obstbaugemeinde jahrelang keine Flüchtlinge aufnehmen musste, werden im September die ersten 25 Asylbewerber in die neu errichtete Anlage an der verlängerten Richard-Wagner-Straße einziehen.

Gestern präsentierten der Kreisbeigeordnete Johannes Baron (FDP) und Bürgermeister Christian Seitz (CDU) die neue Unterkunft, die Platz für insgesamt 40 Asylbewerber bietet. Sie ist aus mehreren Wohncontainern zusammengesetzt. Die Bauweise mache es möglich, dass sie bei Bedarf noch erweitert werden könne, teilte Architekt Olaf Rigoll mit.

Gemeinschaftsbäder sind Vergangenheit

Optisch und auch von der Ausstattung hat die neue Anlage nichts mehr gemein mit den schmuddeligen Containern, die einst zwischen Frankfurter Straße und Raiffeisenstraße gestanden hatten. Aufgeteilt ist die Unterkunft in acht Wohneinheiten mit jeweils zwei Schlafräumen, einem kleinen Bad und einer Küche. Einziehen sollen vor allem Familien.

Sollten sie mehr Platz benötigen, können die Wohnungen flexibel erweitert werden, dafür stehen im Mitteltrakt der Unterkunft zwei zusätzliche Schlafräume zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Gemeinschaftsraum, in dem unter anderem Sprachkurse angeboten werden sollen.

Gemeinschaftsküchen und -bäder gehören der Vergangenheit an. Dabei orientiere man sich an den Bedürfnissen der Flüchtlinge, betonte Baron. „Sie benötigen nach einer zum Teil mehrmonatigen Flucht vor allem einen Ort der Ruhe und des Rückzugs.“ Komplettiert wird die Anlage von Büros für Hausmeister und Sozialarbeiter. Außerdem soll in den kommenden Tagen auf dem Außengelände noch ein kleiner Spielplatz angelegt werden. Die Kosten für die Anlage betragen 1,4 Millionen Euro.

Das Grundstück ist insgesamt 2635 Quadratmeter groß. Etwa 690 Quadratmeter gehören der Gemeinde, 1945 Quadratmeter hat die Kommune von einer Privateigentümerin gepachtet. „Das ist ein guter Standort“, lobte Johannes Baron. Die Unterkunft befindet sich zwar am Ortsrand gegenüber dem Friedhof, aber auch in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet. Kindergärten und Schulen sind bequem zu Fuß zu erreichen.

„Bisher ist es uns immer gelungen, Menschen aus fremden Ländern zu integrieren“, sagte Bürgermeister Seitz. Auf Initiative der Kirchengemeinden und des Ausländerbeirats hat sich vor Ort bereits der Arbeitskreis „Willkommen in Kriftel“ gebildet. „Sie haben schon viele Ideen entwickelt“, teilte Seitz mit.

1600 Flüchtlingen bis Ende 2015

Ideen sind auch in der Kreisverwaltung gefragt. „Wir bekommen pro Woche 12 bis 14 weitere Flüchtlinge zugewiesen“, teilte Johannes Baron mit. Deshalb sucht er in allen Städten und Gemeinden nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. „Lediglich Liederbach erfüllt die Aufnahmeverpflichtung vollständig“, sagte der Kreisbeigeordnete.

Derzeit gibt es im Main-Taunus-Kreis 643 Asylbewerber. Bis zum Jahresende erwartet Johannes Baron 338 weitere Flüchtlinge. Ende 2015 könnten es dann insgesamt 1600 sein.

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