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Turnen war gestern, heute springen Jugendliche beim Parkour über Hindernisse.

Eppstein

Spaß mit Hindernissen

An einem Parkour-Kurs nehmen 16 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren teil. Parkour verlangt Körperbeherrschung und Kreativität.

Von Jöran Harders

Gorilla-Walk, Katzensprung oder Laubfrosch – seinen täglichen Aufwärm- und Beweglichkeitsübungen gibt Marcus Bauer gerne Tiernamen. Denn für fast alle Bewegungsabläufe, die der Parkour-Trainer für seine Sportart braucht, lassen sich leicht tierische Vorbilder finden. Etwa für das Abfangen des Körpergewichts beim Aufkommen auf dem Boden nach einem Sprung. „Das muss kontrolliert und geschmeidig sein wie bei einer Katze“, erklärt der 34-jährige Frankfurter den Teilnehmern eines Workshops, der gerade in der Turnhalle und auf dem Pausenhof der Burgschule stattfindet.

16 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren nehmen teil. Damit sei der Workshop voll belegt, teilt Fatima Hafaoui mit, die als Pädagogin bei der städtischen Jugendarbeit für die Organisation des Ferienprojekts zuständig ist. Regelmäßig werden Projekte in den Oster- und Herbstferien angeboten, die sich nicht nur an Schüler der Burgschule, sondern an alle jungen Eppsteiner richten, wie Hafaoui betont. „Wir haben ganz gezielt auch in der Villa Anna für den Workshop geworben“, sagt die Pädagogin. In der Einrichtung des Vereins Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ) werden junge Flüchtlinge betreut, die ohne Familienangehörige nach Deutschland kommen.

Zur Freude von Hafaoui haben sich drei Flüchtlinge zu dem zweitägigen Parkour-Kurs angemeldet. „Wie könnte Integration besser gelingen, als wenn einheimische Jugendliche und Flüchtlinge in ihrer Freizeit zusammen etwas Sinnvolles unternehmen?“ Spezielle Angebote für Flüchtlinge seien zwar ebenfalls manchmal notwendig und sinnvoll. Aber nur durch das gemeinsame Tun könne Integration letztlich gelingen, ist Hafaoui überzeugt.

Lockeres Aufwärmtraining zu Beginn

Das Programm beginnen die beiden Trainer Marcus Bauer und Daniel Stang mit einem lockeren Aufwärmtraining, bei dem vor allem die Bewegungen schon einmal eingeübt werden, die später beim Überwinden von Hindernissen gebraucht werden.

Danach bauen Bauer und Stang mit den Teilnehmern zunächst einen Geräte-Parcours in der Halle auf, wo die verschiedenen Sprünge erklärt und ausprobiert werden. Bauer erläutert zum Beispiel die Ausführung des so genannten Präzisionssprungs, der von Parkourläufern auch als „Präzi“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um die Technik, möglichst zielgenau auf einem bestimmten Punkt zu landen.

Für Maximilian sind diese Grundtechniken nichts Neues. Vor drei Jahren hat er sich im Sportunterricht schon einmal mit Parkour beschäftigt. „Das ist sehr abwechslungsreich“, findet der 18-Jährige. Mit seinem Mountainbike fährt er gerne Downhill: „Parkour ist im Grunde so ähnlich, nur ohne Fahrrad“, sagt Maximilian.

Finanziert wird der Workshop vom Verein „Miteinander-füreinander“, die Teilnehmer zahlen nur einen symbolischen Beitrag von zehn Euro. Die Ferienprojekte der städtischen Jugendarbeit, diesmal in Kooperation mit der mobilen Beratung der JJ, sollen die körperliche, aber auch die geistige Entwicklung der Teilnehmer fördern, erläutert Hafaoui. Parkour sei dafür geradezu ideal. Denn bei der Sportart, bei der es darum geht, durch das kreative Kombinieren sportlicher Bewegungen möglichst effizient und elegant von einem Ort zum anderen zu gelangen, sei sowohl Körperbeherrschung als auch geistige Beweglichkeit gefragt.

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