Flörsheim

Streit um Deponie

  • Kerstin Klamroth
    vonKerstin Klamroth
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In der Auseinandersetzung um die Erweiterung der Rhein-Main-Deponie (RMD) in Wicker hat sich der Ton noch einmal verschärft.

Die Bürgeriniative Gegenwind wirft der Aufsichtsratsvorsitzenden Madlen Overdick (Grüne) in einem offenen Brief vor, in ihrer -Stellungnahme falsche Antworten gegeben sowie Tatsachen verfälscht zu haben. Gegenwind fordert Offenlegung und Einsichtnahme in die Betriebstagebücher der RMD. Die Fraktion der Grünen Alternative Liste Flörsheim (GALF) teilt unterdessen mit, sie lehne jegliche Erweiterungspläne der Rhein-Main-Deponie (RMD) in Wicker ab.

Über die Pläne, auf der RMD in Wicker eine Deponie auf der Deponie zu bauen, wird seit Monaten gestritten. Das Flörsheimer Stadtparlament hatte im vergangenen Jahr geschlossen dagegen gestimmt. Der Aufsichtsrat des finanziell angeschlagenen Entsorgungsunternehmens, dessen Gesellschafter der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis sind, soll in einer Sondersitzung über die Wirtschaftlichkeit beraten.

„Gegenwind“ hatte der Geschäftsführung der RMD vorgeworfen, mehr als eine Million Tonnen Schlacke zwischen 2015 und 2018 auf der Wickerer Deponie angenommen zu haben, ohne dass das Regierungspräsidium Darmstadt dies genehmigt hätte.

Der Fraktionsvorsitzender der GALF, Frank Laurent, äußerte nach einem Gespräch mit der Geschäftsführerin der Deponie, Beate Ibiß, und der Aufsichtsratsvorsitzenden Overdick (Grüne) Verständnis für die Sorgen des Aufsichtsrates, wie die Deponienachsorge in Wicker finanziert werden kann. Bis ins Jahr 2075 müsse aufgrund rechtlicher Vorgaben, Nachsorge betrieben werden. Hierfür würden Kosten in Höhe von annähernd 200 Millionen Euro anfallen. Dieser Betrag müsse von den beiden Gesellschaftern der RMD aufgebracht werden. Viele, die bisher die Stilllegung der Deponie gefordert haben, hätten verschwiegen, welche Konsequenzen dies mit sich bringe. Stilllegung bedeute nicht, dass damit sämtliche Aktivitäten in Wicker beendet wären, sondern damit beginne erst die Abdichtungsphase, in der über Jahre weiterhin Ablagerungen von Schlacke in Wicker stattfinden werden. Die GALF fordert die RMD-Verantwortlichen auf, schnell eine ortsnahe alternative Lagerstätte zu finden. die die Schlacke aus der Müllverbrennung der Region aufnimmt und umweltgerecht deponiert.

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