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Ohne Erweiterung wäre das Deponievolumen in Wicker in zwei Jahren ausgeschöpft.

Flörsheim

Platz für Müll aus der ganzen Region in Flörsheim

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Die Pläne zur Erweiterung der Rhein-Main-Deponie in Wicker werden Ende November vorgestellt. Unumstritten sind sie nicht.

Was genau auf dem Areal der Rhein-Main-Deponie (RMD) im Flörsheimer Stadtteil Wicker geplant ist, wissen bislang nur Insider. Die Pläne zur Erweiterung, an denen Ingenieure und Geschäftsführung seit Monaten arbeiten, sollen am 26. November öffentlich vorgestellt werden. Das teilte der Sprecher der Geschäftsführung, Heino von Winning, mit. Seinen Angaben zufolge würden auch die Bürgermeister der Anrainerkommunen Flörsheim und Hochheim sowie die Lokalpolitiker beider Städte erst an diesem Abend über Details informiert. „Wir wollen das Geheimnis für alle gleichzeitig lüften und verhindern, dass bereits hinter den Kulissen darüber geredet wird“, sagte von Winning der FR.

Dass die Rhein-Main-Deponie, deren Stilllegung die Politik 2005 beschlossen hatte, nun doch erweitert wird, ist keineswegs unumstritten. Bereits im Sommer hatte die Flörsheimer SPD-Abgeordnete Katharina Adam im Main-Taunus-Kreistag davor gewarnt, es sei eine Aufstockung geplant, die Deponie könne womöglich um 18 Meter wachsen. Die Sozialdemokraten hatten gegen die Erweiterung der „Müllkippe“ gestimmt, weil sie befürchteten, das über Jahrzehnte aufgebaute internationale Vorzeige-Projekt für Recycling und Energietechnologie der Rhein-Main-Deponie werde durch die angekündigte „Rückkehr zum Kerngeschäft“ zerstört.

Details zur Erweiterung der Deponie in Wicker wollte Heino von Winning im Gespräch mit der FR noch nicht nennen. Er machte aber deutlich, dass sich am Betrieb selbst, so wie er bisher läuft, nichts ändern soll. „Es werden auch nicht mehr Lastwagen über die Straße fahren“, sagte von Winning.

Geplant sei, die Ablagerung von Restabfällen im bisherigen Umfang für weitere 20 Jahre fortzusetzen. Bei 250 000 Tonnen pro Jahr handle es sich um ein Gesamtvolumen von fünf Millionen Tonnen. „Damit wäre die lokale Entsorgung der Restabfälle von zwei Millionen Menschen des Rhein-Main-Gebietes langfristig gesichert. Auch die Gebühren blieben stabil“, erklärt Heino von Winning. Ohne Erweiterung dagegen sei das Deponievolumen in Wicker in spätestens zwei Jahren ausgeschöpft. Auch nirgendwo anders in der Region könnten Deponien nach 2029 noch Müll annehmen. Und einen neuen Standort im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet zu finden, sei kaum möglich. Der Rhein-Main-Deponie käme vor diesem Hintergrund besondere Bedeutung zu. „Es wäre Wahnsinn, wenn wir beschließen, dass wir den Müll der Bürger aus dem Rhein-Main-Gebiet klimaschädlich in entfernte Regionen transportieren, um ihn dort zu entsorgen.“

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt bei den Erweiterungsplänen auch die finanzielle Schieflage, in die der kommunale Müllkonzern 2017 geraten ist. Als Gründe wurden Niedrigzinsen bei den für die Deponienachsorge gebildeten Rücklagen sowie eine längere gesetzliche Nachsorgepflicht bis 2075 genannt, ebenso Erlösrückgänge beim Verfüllen der Deponien in Wicker und Brandholz.

Die Gesellschafter Main-Taunus- und Hochtaunuskreis verpflichteten sich, bis Ende 2027 jeweils 30,87 Millionen Euro für die Sanierung zu zahlen. Dazu kam eine Bürgschaft von 2,2 Millionen Euro, um ein Betriebsmitteldarlehen der Taunussparkasse abzusichern. Das Sanierungsgutachten, das danach erarbeitet wurde, habe für die Zeit nach 2027 ohne die Erschließung neuer Geldquellen ein „Schreckensszenario“ gezeichnet, sagte von Winning. Von den 150 RMD-Mitarbeitern wäre nur noch die Hälfte dort beschäftigt. Weder das Bodenbehandlungszentrum in Wicker noch die Schlackeaufbereitung hätten eine Zukunft. Auch die Bioabfallbehandlung müsste aufgegeben werden. Die RMD als großer Produzent von grünem Strom wäre gefährdet.

Bei der Bürgerinformationsveranstaltung, die am 26. November um 18 Uhr in der Wickerer Goldbornhalle beginnt, werden Heino von Winning, die Aufsichtsratsvorsitzende der RMD, Madlen Overdick, sowie Experten über das Genehmigungsverfahren zur Deponieerweiterung berichten. An Themenständen können die Besucher mit Experten diskutieren. „Wir wollen durch die frühe Bürgerbeteiligung auf mögliche Vorbehalte aller Akteure eingehen“, sagt Heino von Winning.

Der Konzern

Zur RMD-Gruppe gehören neben der Rhein-Main-Deponie die Main-Taunus- Recycling GmbH und die Rhein-Main- Deponienachsorge GmbH.

Sie betreiben die Deponien und deren Nachsorgen in Flörsheim-Wicker (Main-Taunus) und Brandholz (Hochtaunus). Zudem wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Gesellschafter des Müllkonzerns sind der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis. aro

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