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Der RMD-Aufsichtsrat stimmte geschlossen für Beate Ibiß.

Flörsheim

Neue Chefin für die Rhein-Main-Deponie in Flörsheim

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Beate Ibiß wird alleinige Geschäftsführerin des kommunalen Entsorgungsunternehmens. Mit der umstrittenen Wickener Deponie dürfte schon bald der erste Prüfstein auf sie zukommen.

Die Rhein-Main-Deponie (RMD) in Flörsheim-Wicker bekommt eine neue kaufmännische Geschäftsführerin. Beate Ibiß (56) wird das kommunale Entsorgungsunternehmen, dessen Gesellschafter der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis sind, ab 20. April leiten. Der bisherige Geschäftsführer, Mathias Bausback verlässt das Unternehmen zum 29. Februar. Heino von Winning, der 2018 nach Bekanntwerden der finanziellen Schieflage der RMD übergangsweise zum Sprecher der Geschäftsführung berufen worden war, hört Ende April auf.

Beate Ibiß stammt aus Sachsen-Anhalt. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und eine verwaltungsrechtliche Ausbildung gemacht. Seit fast 30 Jahren arbeitet sie an unterschiedlichen Positionen in der Entsorgungswirtschaft – war Amtsleiterin für Umwelt und in den Geschäftsführungen verschiedener Gesellschaften großer Entsorgungskonzerne wie Alba, SITA oder Tönsmeier tätig. Seit knapp fünf Jahren ist Ibiß kaufmännische Geschäftsführerin für die Ihlenberger Abfallentsorgung im Landkreis Nordwestmecklenburg, eine der größten Deponien in Europa. Dort wäre ihr Vertrag, der im Juni ausläuft, laut Medienberichten nicht verlängert worden.

Die Gesellschaft

Die Rhein-Main-Deponie GmbH(RMD)ist ein kommunales Entsorgungsunternehmen mit Hauptsitz in Flörsheim-Wicker. Gesellschafter sind der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis.

Zum Aufgabengebietder RMD gehören Deponienachsorge sowie die Wiederverwertung verschiedener Abfälle, einschließlich Stromerzeugung.

Die finanzielle Schieflageder Gesellschaft war Ende 2017 bekannt geworden. Die Landkreise haben sich verpflichtet, bis Ende 2027 jeweils 30,87 Millionen Euro für die Sanierung zu zahlen. Hinzu kommt eine Bürgschaft von je 2,2 Millionen Euro. aro

Der Aufsichtsrat habe sich einstimmig für Ibiß als neue Geschäftsführerin der RMD entschieden, sagte die Vorsitzende des Gremiums, die grüne Beigeordnete im Main-Taunus-Kreis, Madlen Overdick. Beate Ibiß sei eine erfahrene Führungskraft, die sich nicht nur im Deponiegeschäft sondern auch mit der Sanierung auskenne. Für Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU) ist die Reduzierung auf nur noch eine Geschäftsführerin die Konsequenz aus dem Sanierungskonzept, das die Landkreise für die Rhein-Deponie haben erarbeiten lassen. Es sehe die Bündelung von Kompetenzen und die Schaffung klarer Zuständigkeiten vor.

Sie wolle mit dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern eng zusammenarbeiten, ebenso mit den Mitarbeitern der RMD, den Kommunen und den Anwohnern, kündigte Beate Ibiß an. Gut möglich, dass sie ihr Kommunikationsgeschick als neue Geschäftsführerin schon bald unter Beweis stellen kann. Denn die Ankündigung der RMD-Verantwortlichen, die Wickerer Deponie nicht 2025 zu schließen, sondern durch den Bau einer „Deponie auf der Deponie“ weitere 20 Jahre betreiben zu wollen, hatte Ende vergangenen Jahres für heftige Proteste in den Anrainerkommunen Flörsheim und Hochheim gesorgt.

Aktuell würden Gespräche mit Entsorgungsbetrieben der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) geführt, um auszuloten, inwieweit dort Kapazitäten vorhanden seien, um in den nächsten Jahren Schlacke, Erdaushub und Bauschutt aufzunehmen, sagte Madlen Overdick. Insoferne sei der Druck nun nicht mehr so groß, möglichst schnell in Wicker die Antragsunterlagen für ein Genehmigungsverfahren fertig zu machen. Wichtig sei, zunächst eine exakte Bedarfsanalyse zu erstellen, betonte auch Beate Ibiß. „Darauf wird die Behörde als erstes schauen.“

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