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Spundwände in Flörsheim sollen die Stadt schützen, wenn der Main über die Ufer tritt.
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Spundwände in Flörsheim sollen die Stadt schützen, wenn der Main über die Ufer tritt.

Flörsheim

Main-Taunus: Schutz gegen Hochwasser und Starkregen

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Der Main-Taunus-Kreis und seine zwölf Kommunen wollen beim Hochwasserschutz kooperieren. Ein neuer Deich am Main soll eine mögliche Flutwelle in Hattersheim und Flörsheim stoppen. Bis er fertig wird, dauert es aber noch.

Das verheerende Hochwasser im Ahrtal, das im vergangenen Sommer viele Menschenleben gekostet und immense Schäden angerichtet hat, hat auch die Bürgermeister im Main-Taunus-Kreis auf den Plan gerufen. Bei einer Dienstversammlung sei für den Hochwasserschutz eine engere Zusammenarbeit untereinander und mit dem Landkreis vereinbart worden, teilte Landrat Michael Cyriax (CDU) mit. „Die Anpassung an lokale Klimafolgen ist eine wichtige Aufgabe. Da haben wir noch einiges zu tun.“

Vor allem Grundstückseigentümer:innen und Kommunen seien gefordert, für Hochwasserschutz zu sorgen. Der Kreis wolle sie dabei unterstützen und beispielsweise sogenannte Fließfeldkarten zur Verfügung stellen, berichtete Cyriax. Die Karten zeigen, welche Bereiche bei starkem Regen besonders gefährdet sind. Damit könnten die Städte und Gemeinden noch gezielter Gefahren vorbeugen und sich auf den Ernstfall vorbereiten, hofft der Landrat. Sinnvoll wäre es auch, lokale Starkregenkarten anzufertigen. Auf den Plänen ist erkennbar, wo mit Überschwemmungen gerechnet werden muss und was wie geschützt werden soll.

In Hattersheim gibt es solche Starkregenkarten bereits. Die Stadtverwaltung hat sie ausarbeiten lassen. Zu finden sind die Pläne unter dem Stichwort „Starkregen“ auf der städtischen Homepage.

Der maximale Wasserstand bei einem Extremregen werde darauf dargestellt, berichtete Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) bei einem Pressegespräch. Mit Sturzfluten rechnet der Rathauschef in Hattersheim nicht. Das Gelände in den drei Stadtteilen sei relativ eben. Dafür treffe ein Starkregen aber das gesamte Hattersheimer Stadtgebiet und nicht nur Flächen rund um den Schwarzbach und den Main wie bei einem Hochwasser. Im Ernstfall gefährdet sind bei Starkregen laut Schindling vor allem Kellerräume und Tiefgaragen, wo durch eindringendes Wasser oder den Wasserdruck Fenster und Türen unpassierbar werden könnten. Außerdem bestehe Gefahr durch Stromschläge.

Ein Projekt zum Hochwasserschutz, an dem Hattersheim und die Nachbarstadt Flörsheim gemeinsam arbeiten, ist die Sanierung des Maindeichs zwischen Eddersheim und dem Flörsheimer Bootshaus. Er soll Wohngebiete für bis zu 2000 Menschen schützen, ist aber in die Jahre gekommen und erneuerungsbedürftig. Die Kosten für die Sanierung liegen bei rund acht Millionen Euro, sie werden vom Bund und dem Land Hessen zur Gänze übernommen. Das Regierungspräsidium Darmstadt kümmert sich um Planung und Umsetzung.

Vorgesehen ist, dass ein neuer Querdeich gebaut und eine Retentionsfläche geschaffen wird, die mit rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser geflutet werden kann, um den rapiden Anstieg eines Hochwassers zu verlangsamen. Der sanierte Deich soll dann einem 100-jährigen Hochwasser standhalten können. Baubeginn wird voraussichtlich Ende 2024 sein.

Bereits jetzt setzt die Stadt Flörsheim bei Hochwasser zur Sicherung des Maindeichs eine Wasserwehr ein. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und des städtischen Baubetriebshofs behielten den Wasserspiegel und den Deich selbst stets im Auge, berichtete Bürgermeister Bernd Blisch (CDU). Bei steigenden Pegelständen würden Straßenläufe am Konrad-Adenauer-Ufer durch Spundwände verschlossen und Sandsäcke verteilt.

Auch gegen Überflutungen in den Stadtteilen durch kleinere Gewässer sei man gewappnet, so Blisch. In Weilbach habe die Stadt ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 26 000 Kubikmetern angelegt, in Keramag/Falkenberg sei die Brücke über den Wickerbach erneuert worden und lasse nun viel mehr Wasser durch. Überschwemmungen könnten so vermieden werden.

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