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Maikäfer-Nachwuchs blockiert Anpflanzung

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Ein Maikäfer auf einer Hand. Die Engerlinge der Insekten haben sich in großer Zahl in den Boden des Flörsheimer Waldes gegraben. paul
Ein Maikäfer auf einer Hand. Die Engerlinge der Insekten haben sich in großer Zahl in den Boden des Flörsheimer Waldes gegraben. paul © Mara Paul

Neue Bäume im städtischen Wald erst wieder ab 2025

Flörsheim - Wenn Klaus Velbecker den Haupt- und Finanzausschuss (HFA) besucht, hat er meistens interessante Informationen im Gepäck. Der Leiter des Forstamts Groß-Gerau informiert das Gremium über den Wirtschaftsplan für den Flörsheimer Wald und geht dabei regelmäßig über das reine Zahlenwerk hinaus. Auch diesmal sorgten die Ausführungen des Experten für große Augen. Was die Ausschussmitglieder überraschte, waren nicht die Einnahmen oder Ausgaben des Waldbetriebs, sondern das extrem hohe Aufkommen an Maikäfern. Velbecker sprach darüber, wie sich die Insektenpopulation auf die Anpflanzung junger Bäume auswirkt.

Mini-Defizit im Waldplan für 2023

Laut dem Fachmann herrschen im Waldstück in der Nähe des Frankfurter Flughafens ideale Bedingungen für Maikäfer. Die Larven der Insekten können sich optimal in die weichen Sandböden graben. In Zahlen bedeutet dies, dass 40 bis 70 Engerlinge - so die Bezeichnung für den Käfernachwuchs - in einem Quadratmeter Waldboden heranwachsen. Diese Zahlen seien 2021 ermittelt worden, berichtete der Forstamtsleiter. Maikäfer entwickeln sich in Zyklen von vier Jahren.

Bevor neue Bäume angepflanzt werden, gelte es, das Hauptflugjahr der Insekten abzuwarten. Eine Neuaufforstung ergebe deshalb im Flörsheimer Wald erst ab 2025 wieder Sinn, erläuterte der Fachmann. Es gebe derzeit aber auch nur eine kleine Fläche in Richtung Raunheim, auf der das vernünftig sei.

Velbecker informierte den HFA auch darüber, dass sich die zwischenzeitlich stark gesunkenen Holzpreise durch die Energiekrise ins Gegenteil gewandelt haben. Holz werde intensiv nachgefragt. Nachdem in den vergangenen Jahren wenig gezahlt wurde, weil Schadholz den Markt überflutete, hätten die Preise mittlerweile ein vorher nicht gekanntes Niveau erreicht. Die Nachfrage werde weiterhin nur mit beschädigten Bäumen bedient.

„Das ist gut für den Wald und gut für den wirtschaftlichen Betrieb“, erläuterte Velbecker. Rückblickend bedeute dies, dass im vergangenen Jahr anstelle der geplanten 620 Kubikmeter Holz tatsächlich 1531 Kubikmeter geschlagen wurden. Das erwartete Minus von 526 Euro wandelte sich in ein Plus von 12 815 Euro. Für das kommende Jahr rechnet das Forstamt Groß-Gerau mit einem Erlös aus dem Holzverkauf in Höhe von 23 134 Euro. Trotzdem führen Einnahmen von 31 804 Euro und Ausgaben von 32 486 Euro zu einem Gesamtdefizit von 682 Euro im Waldwirtschaftsplan 2023.

Was den grundsätzlichen Zustand des Waldes angeht, konnte Velbecker im Ausschuss eine leichte Entwarnung geben. Das Absterben von Bäumen führe aufgrund des gemischten Baumbestands nicht zu einem großflächigen Ausfall, erklärte der Forstamtsleiter. Einzelbäume seien jedoch immer wieder betroffen.

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