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Die Kletterwand am Wickerer Biomassekraftwerk wurde 2004 eröffnet.

Kletterwand in Flörsheim

Aus für Klettern am Kraftwerk

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Die Main-Taunus-Recycling Gesellschaft (MTR) muss sparen. Sie kann sich deshalb den Betrieb der Kletterwand am Biomassekraftwerk in Flörsheim-Wicker nicht mehr leisten. Eine Initiative will nun die Wand retten.

Die Main-Taunus-Recycling Gesellschaft (MTR) stellt den Betrieb der Kletterwand am Biomassekraftwerk in Flörsheim-Wicker Ende des Jahres ein. Die finanziell schwer angeschlagene Deponiegesellschaft könne sich die Kosten für den Betrieb der Kletterwand in Höhe von weit mehr als 30 000 Euro im Jahr nicht mehr leisten, sagte deren Geschäftsführer Heino von Winning der FR. Von anfangs 1300 registrierten Benutzern, die für den Zugangschip zur Kletterwand 30 Euro pro Jahr bezahlten, seien nur noch 300 Kletterer übrig. Das mache den Betrieb vollkommen unwirtschaftlich. „Wir haben versucht, mit Hilfe von Experten ein Modell zu finden, um wieder mehr Kletterer nach Wicker zu holen“, berichtete von Winning. Dies sei jedoch nicht gelungen. Die Konkurrenz durch Kletterhallen sei groß in der Region. Ein Nachteil sei überdies, dass der Standort in Wicker nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden könne. Laut Heino von Winning wird die Kletterwand nicht demontiert. Sie könne jederzeit wieder reaktiviert werden, sollten sich genügend zahlende Nutzer finden.

Die „Wickerer Westwand“ wie der künstliche Felsen mit den 3000 poppig-bunten Griffen unter Kletterern genannt wird, wurde 2004 eröffnet. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner kam damals nach Flörsheim und lobte die 20 Meter hohe Wand in höchsten Tönen. Sie bildet eine natürliche Felskulisse nach, je nach Schweregrad lassen sich 50 bis 80 Routen durchsteigen.

Für viele Sportler in der Region habe sich die Wickerer Kletterwand in den letzten Jahren zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, teilte vor kurzem eine Initiative mit, die die Wickerer Kletterwand retten möchte. Unweit des großen Hochheimer Spielplatzes und des Adlerhorstes sei sie integraler Bestandteil des Regionalparks Rhein-Main. Einzigartig sei auch ihr alpiner Standplatz in fast 15 Metern Höhe, der es angehenden „Alpen-Aspiraten“ ermögliche, in heimischen Gefilden sicher trainieren zu können. Auch Schulen, die Klettern als AG anbieten, seien immer wieder gerne zu Gast.

Von der kurzfristigen Mitteilung des Deponiebetreibers, die Kletterwand zu schließen, wurden die ambitionierten Kletterer eigenen Angaben zufolge überrascht. Die Entscheidung können sie nicht nachvollziehen, und bedauern, „dass seitens MTR vorab kein Dialog gesucht wurde“. Die Kletterer seien gerne zu Gesprächen bereit, um gemeinschaftlich einvernehmliche Lösungen zu finden, „damit der Kletterbetrieb auch in Zukunft ermöglicht werden kann“.

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