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Renate Mohr (Galf) tritt im Sommer ihr neues Amt im Flörsheimer Rathaus an.

Renate Mohr

Grüne wird Erste Stadträtin in Flörsheim

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Das Flörsheimer Parlament verabschiedet den Haushalt und übt herbe Kritik an Kämmerer Sven Heß.

Am Ende fiel das Ergebnis doch knapper aus als erwartet. Mindestens 18 Stimmen hätte Renate Mohr gebraucht, um zur neuen Ersten Stadträtin von Flörsheim gewählt zu werden. 20 Parlamentarier gaben ihr am Donnerstagabend in geheimer Wahl ihre Stimme. Damit ist die 55-jährige Fraktionschefin der Grünen Alternativen Liste Flörsheim (Galf) Nachfolgerin von Sven Heß (ebenfalls Galf), der im Sommer in den Ruhestand geht.

Das Bündnis aus CDU. Galf und Freien Bürgern hatte Mohr vorgeschlagen. Die Oppositionspartei SPD wollte den Posten des Ersten Stadtrates abschaffen, um Geld zu sparen. Mohr ist seit 1993 in Flörsheim politisch aktiv und seit 1996 Stadtverordnete. Die Galf-Fraktion führt sie seit 15 Jahren. Knapp drei Jahre waren die Grünen in dieser Zeit Regierungspartner der SPD. Nach den Kommunalwahlen 2016 kam es zum Bruch. Die Galf schmiedete zusammen mit CDU, Freien Bürgern und der FDP ein Viererbündnis, dessen gemeinsamer Kandidaten Bernd Blisch (CDU) 2018 zum Bürgermeister gewählt wurde. Amtsinhaber Michael Antenbrink (SPD) musste gehen. Die FDP ist mittlerweile aus dem Bündnis ausgestiegen.

Sie wolle künftig ein Bindeglied zwischen Parlament und Stadtverwaltung sein, sagte Mohr, die als ausgebildete Erzieherin eine Flörsheimer Kita geleitet hat, ehe sie als Mitarbeiterin ins Steuerbüro ihres Mannes wechselte. Die Flörsheimer Kämmerei wie ihr Vorgänger Sven Heß wird sie vermutlich nicht übernehmen, da Bürgermeister Blisch sich selbst um die städtischen Finanzen kümmern will.

Verabschiedet wurde am Donnerstagabend im Parlament auch der Haushalt 2019. Nach zähem Ringen war es den Stadtverordneten gelungen, aus einem zunächst defizitären Haushalt, den Heß Anfang des Jahres vorgelegt hatte, durch Budgetkürzungen und Steuererhöhungen einen Ergebnishaushalt mit leichtem Überschuss zu machen. Die Grundsteuer wird auf 550 Prozent angehoben, die Gewerbesteuer steigt auf 395 Prozent. Heß hatte eine Erhöhung der Grundsteuer auf 850 Prozent gefordert. Im Parlament warnte er vor den Auswirkungen, den die Einsparungen für die Flörsheimer Stadtgesellschaft haben würden. Dafür und für seine „ideenlose Haushaltsgestaltung“ musste er herbe Kritik von allen Fraktionen, auch von der Galf, einstecken.

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