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Gemeinsam und günstig ein E-Auto nutzen

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Flörsheim Magistrat und Bürgergenossenschaft organisieren Car-Sharing

vorübergehend stand der weiße Elektrowagen mit der Aufschrift "nahcar" auf dem Rathausplatz. Ein E-Auto des gleichen Modells könnte bald regelmäßig neben den Ladesäulen stehen. Voraussetzung ist, dass sich genug Flörsheimer finden, die sich solch ein Fahrzeug teilen. Den Rest erledigt die Bürgergenossenschaft Solarinvest.

Die Initiatoren suchen "Möglichmacher" für nachhaltiges E-Carsharing in allen Stadtteilen. Als "Möglichmacher" bezeichnet Solarinvest-Vorstandsmitglied Wolfgang Hoffmann Nutzer, die sich für ein Jahr verpflichten, einen monatlichen Betrag zu zahlen. Diese Personen geben den Anschub, der es Solarinvest erlaubt, das E-Auto anzuschaffen. Ziel sei ein Angebot in "Bürgerhand", das möglichst nahe am Wohnort angesiedelt ist. Der Magistrat unterstützt das Projekt. Die Stadt suche, so Bürgermeister Dr. Bernd Blisch (CDU), Ideen, wie sich gemeinsame Fahrzeugnutzung interessanter gestalten lässt.

Solarinvest wurde im Jahr 2011 mit Blick auf die Energiewende ins Leben gerufen. Mittlerweile hat die Bürgergenossenschaft über 300 Mitglieder und betreibt 17 Photovoltaikanlagen. Neben Privatpersonen gehören der Genossenschaft auch sieben Kommunen an, darunter Flörsheim. In den vergangenen Jahren habe man sich auch der Verkehrswende angenommen, berichtet Wolfgang Hoffmann. In diesem Februar sei das erste gemeinsam genutzte "nahcar" in Hofheim in Betrieb gegangen. Elf "Möglichmacher" sicherten die Anschaffung in der Kreisstadt ab.

Neben der Finanzierung des Fahrzeugs sei die Bereitstellung einer E-Ladestation ein schwieriges Thema, bei dem die Genossenschaft auf Unterstützung der Stadt angewiesen sei, sagt das Vorstandsmitglied. Flörsheim ist mit insgesamt 22 Ladepunkten an elf Standorten schon recht gut aufgestellt. Optimal wäre aus Sicht von Solarinvest eine eigene Station für das Nachbarschaftsauto. Die monatliche Summe, die für die Anschaffung des Wagens zusammenkommen muss, liege bei rund 300 Euro. Das Restrisiko trage die Genossenschaft.

Der Krifteler Stefan Ruppert nutzt das Nachbarschaftsauto bereits. Er habe selbst einen Elektrowagen angeschafft, den er für das Carsharing zur Verfügung stellte. "Der stand zu 90 Prozent bei uns rum." Er wisse von einem anderen Nutzer, der sich aufgrund dieses Nachbarschaftsautos von seinem Zweitwagen getrennt habe.

Als "nahcar" nutzt Solarinvest einen Renault Zoe mit einer Akku-Reichweite von 400 Kilometern. Der Wagen benötige im Durchschnitt 12 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometer bei Fahrten in der Stadt und 28 Kilowattstunden auf der Autobahn. Im Vergleich mit einem Benzinmotor entspreche dies einem Verbrauch von weniger als zwei Litern. Solarinvest kann sich für die Zukunft auch die Anschaffung anderer Fortbewegungsmittel wie Lastenräder vorstellen. "Wir wollen Mobilität ermöglichen", so Wolfgang Hoffmann.

In wenigen Wochen soll es Informationsveranstaltungen in allen drei Stadtteilen geben. In Wicker wollen Vertreter von Solarinvest das Projekt Nachbarschaftsauto am Dienstag, 6. September, 19 Uhr, in der Goldbornhalle vorstellen. Am Mittwoch, 7. September, präsentieren sie ihr Konzept ab 19 Uhr in der Stadthalle, am 8. September, 19 Uhr, in der Weilbachhalle.

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