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Eine Erweiterung der Rhein-Main-Deponie in Flörsheim ist im Gespräch.

Flörsheim

Gefährliches Sickerwasser auf der Deponie in Wicker

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Durch den Ausbau der Rhein-Main-Deponie könnte die Grundwasserverunreinigung gestoppt werden, sagt Geschäftsführer Heino von Winning.

Wenn die Pläne zur Erweiterung der Rhein-Main-Deponie umgesetzt werden und eine „Deponie auf der Deponie“ errichtet wird, könnte dies die Gefahr der Grundwasserverunreinigung deutlich reduzieren. Im Plangebiet würde dann eine für Sickerwasser undurchdringliche Schicht eingebaut, berichtete Deponie-Geschäftsführer Heino von Winning bei einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Hochheimer Stadtteil Massenheim. Bislang komme es durch einen Bruch in der Tonschicht der Altdeponie im Bereich des Falkengrabens immer wieder zu Verunreinigungen des Grundwassers. Die RMD betreibe deshalb seit mehr als 20 Jahren eine Anlage, um das Grundwasser zu reinigen. Mit der neuen Technologie wäre das wesentlich einfacher.

Weil der Informationsbedarf der Anwohner rund um den Deponieausbau in Flörsheim-Wicker groß ist, hat die Betreibergesellschaft jetzt eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die den Entscheidungsprozess bis zu einem möglichen Planfeststellungverfahren begleiten soll. Mitmachen können Lokalpolitiker, Bürgerinitiativen, Vereine und Verbände sowie Bürger. Ziel sei es, auf Vorbehalte, Vorschläge und Hinweise aller Beteiligten einzugehen und gemeinsam die Vorgehensweisen im Beteiligungsverfahren festzulegen, teilte RMD-Aufsichtsratsvorsitzende Madlen Overdick (Grüne) mit. Außerdem müsse bei der Frage nach zusätzlichen Deponiekapazitäten in der Region Klarheit geschaffen werden.

Weil das Volumen der Rhein-Main-Deponie am Standort Wicker in rund eineinhalb Jahren ausgeschöpft ist, hatte die Geschäftsführung im Herbst angekündigt, die Deponie auf einer rund 18 Hektar großen Fläche durch Aufstockung zu erweitern. Bei einem Informationsabend in Wicker kam es zu heftigen Protesten von Bürgern. Das Flörsheimer Parlament verabschiedete kurz darauf eine Resolution gegen den Deponieausbau.

Gesellschafter der Rhein-Main-Deponie sind die Landkreise Main-Taunus und Hochtaunus. Sie haben sich verpflichtet, bis Ende 2027 insgesamt mehr als 60 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, damit das finanziell angeschlagene kommunale Entsorgungsunternehmen weiterarbeiten kann.

Der Main-Taunus-Kreistagwird sich in seiner Sitzung am Montag, 2. März, mit dem Deponieausbau befassen. Die Sitzung beginnt um 16 Uhr im Landratsamt in Hofheim.

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