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Gallus-Zentrum weicht Neubau

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Die Skizze zeigt: Wer künftig vom Mainufer auf den Kirchplatz zuläuft, blickt auf eine Treppe mit Rampe sowie auf das von der Untermainstraße zurückgesetzte neue Gemeindezentrum. kröner
Die Skizze zeigt: Wer künftig vom Mainufer auf den Kirchplatz zuläuft, blickt auf eine Treppe mit Rampe sowie auf das von der Untermainstraße zurückgesetzte neue Gemeindezentrum. kröner © Kröner, Sascha

Planer stellen 7 Millionen Euro teures Projekt mit zwei Gebäudeteilen vor

Flörsheim - Lange warten die Flörsheimer Katholiken schon auf Ersatz für ihr marodes Gallus-Zentrum. Dass die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie am Dienstag nicht im Gemeindesaal präsentiert wurden, sondern in der Aula des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, unterstrich, wie dringend Verbesserungen notwendig sind. Die Zuhörer erfuhren, dass sich die Gemeinde für einen kompletten Neubau ihres Domizils entschieden hat. Deutlich wurde aber auch, dass die Veränderungen den Charakter des angrenzenden Kirchplatzes stark beeinflussen.

Das bestehende, im Jahr 1975 erbaute Gallus-Zentrum erstreckt sich über zwei Ebenen - ein Untergeschoss auf Höhe der Untermainstraße und das darüberliegende Hauptgebäude entlang des Kirchplatzes. Die bevorzugten Pläne für die Neugestaltung sehen vor, die Gebäudeteile künftig zu trennen. Der Entwurf zeigt einen unabhängigen flachen Bau an der Untermainstraße. Das Gemeindezentrum auf dem Platz befindet sich nicht mehr über diesen Räumen, sondern orientiert sich stärker in Richtung Kirche. Ein Aufzug, der beide Teile verbindet, wäre „eine teure Angelegenheit“ gewesen, erläuterte Architekt Bernhard Bangert vom Planungsbüro EndersWeissBangert. Dadurch, dass der Neubau am Kirchplatz von der Untermainstraße zurückgesetzt ist, entsteht eine neue Freifläche, die den Platz erweitere und es ermögliche, um das Gebäude herumzulaufen.

Der Zugang zum Gallus-Zentrum soll künftig durch eine Glasfassade vonseiten des Kirchplatzes erfolgen. Dort gelangen Besucher zunächst in ein Foyer, das über eine Theke mit einer Küche verbunden ist. Neben Toiletten und Lagerflächen soll es einen Raum für die Bühnentechnik geben. Ein rund 240 Quadratmeter umfassender Saal erstreckt sich entlang der Südseite des Gebäudes. Durch bewegliche Trennwände kann der Veranstaltungsraum zum Foyer und zum Flur hin geöffnet werden.

Aufgrund der städtebaulichen Bedeutung wurden die angrenzende Kirchschule, die städtisches Eigentum ist, und die barrierefreie Gestaltung der dazwischen liegenden Treppe ins Gesamtkonzept einbezogen. Pfarrer Friedhelm Meudt sprach von einem „Zusammenwirken aus Überzeugung“. Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) bezeichnete den Kirchplatz als „Herz der Altstadt“. Die Kirchschule soll zwei große Fenster erhalten, die eine Blickachse vom Platz zum Main frei geben. Messdiener und Gruppen der Gemeinde würden in neuen Räumen in der Kirchschule unterkommen, während das derzeit dort gelagerte städtische Archiv in den Neubau an der Untermainstraße wechselt.

Doch was bedeuten die umfassenden Pläne finanziell? Die Entwickler mussten ihre ursprünglich kalkulierten Kosten in Folge der laufenden Krisen um 20 Prozent erhöhen. Die geschätzte Gesamtsumme liegt nun bei rund 7 Millionen Euro. Der Betrag setzt sich aus 5,3 Millionen für das Gemeindezentrum sowie 1,7 Millionen für die Kirchschule zusammen.

Auf die Frage aus dem Publikum, wie Kosten zwischen Stadt und Bistum aufgeteilt werden, erwiderte Pfarrer Meudt, dass dies die spannende Frage sei. Meudt erläuterte weiterhin, man habe sich extra beim Umfang des Gebäudes beschränkt, um Kosten zu sparen. Dies sei auch ein Grund dafür, dass die untere Ebene des Gebäudes nicht in ihrer heutigen Form erhalten wird. Die Grundsanierung des Untergeschosses sei als Variante untersucht worden, habe sich jedoch als finanziell „nicht tragbar“ erwiesen. Die Unterkellerung im Bereich des künftigen Neubaus soll zum Großteil zugeschüttet werden.

Der Vorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) Flörsheim, Engelbert Kohl, kritisierte, dass es im vorliegenden Entwurf keine entsprechenden Flächen für das Lagern von Materialien gebe. Architekt Bangert verwies auf Garagen in Nähe des Gemeindezentrums, die von den Vereinen genutzt werden könnten. Außerdem erinnerte er daran, dass ein großer Lagerraum im neuen Gemeindehaus vorgesehen sei. „Wir denken an sie“, versprach der Planer.

Pfarrer Meudt bezeichnete die Präsentation als Auftakt. Wenn alle Entscheidungen in trockenen Tüchern sind, erwarten die Planer eine Bauzeit von 18 bis 20 Monaten. Friedhelm Meudt korrigierte seinen ursprünglichen Wunsch, die Fastnachtskampagne 2024 im Gallus-Zentrum zu feiern.

Stattdessen hoffe er , im Jahr 2025 in dem Neubau in der Bütt zu stehen.

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