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Förderverein verkauft das Kirchendach

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Eine Schieferplatte von St. Gallus mit Logo kostet 10 Euro

Flörsheim - Für die Christen in der Stadt ist die Galluskirche immer präsent. Der Turm des katholischen Gotteshauses überragt alle umliegenden Gebäude und ist von fast überall in der Stadtmitte sichtbar. Nun bietet der Förderverein allen Unterstützern die Möglichkeit, die Kirche noch näher zu sich nach Hause zu holen: Interessierte könne sich ab sofort ein Teil von St. Gallus ins Bücherregal legen oder über den Kamin hängen: Zum Preis von zehn Euro das Stück verkauft der Verein Schieferplatten, mit denen das Kirchendach in den vergangenen Jahrzehnten eingedeckt war.

Der Verkauf der ungewöhnlichen Andenken bietet sich aus Sicht des Fördervereins an. Das Kirchendach wird nämlich gerade umfangreich erneuert. Die 1766 erbaute Galluskirche ist mit Naturschiefersteinen in altdeutscher Ausführung gedeckt. Das derzeitige Dach stammt aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Undichte Stellen erfordern jetzt Reparaturen und den Austausch der Schieferplatten. Momentan werden Holzarbeiten an den Dachsparren durchgeführt, erläutert Küster Wilhelm Bachmann, der den Förderverein als Vorsitzender leitet. Bis zum Frühjahr soll die rund eine Million Euro teure Sanierung abgeschlossen sein.

Der Förderverein unterstützt die Gemeinde bei allen Belangen, die den Unterhalt der Kirche betreffen. So sollen nun etwa neue rote Samtvorhänge für den Innenraum finanziert werden - Kostenpunkt: 3400 Euro. Corona hat allerdings dazu geführt, dass der im vergangenen Jahr gegründete Förderverein bisher nicht viele öffentlichkeitswirksame Projekte anstoßen konnte, um Einnahmen zu generieren.

45 Mitglieder halten das Vereinsziel durch ihre Beiträge aufrecht. Da kommen neue Finanzierungsideen wie der Verkauf des Dachschiefers gerade recht. Die Idee sei vom Verein Raabekazze inspiriert worden, der vor Jahren bereits Ziegel der Flörsheimer Kriegergedächtniskapelle zum Verkauf anbot.

Die Schiefersteine vom Kirchendach sind rund 20 Zentimeter lang und 15 Zentimeter breit. Vor dem Verkauf werden die Erinnerungstücke optische aufgearbeitet: Jede Ziegel werde zunächst gereinigt, erläutert der Bachmann. Dann erhalten die Steine ein Logo, das vom Flörsheimer Künstler Thomas Reinelt entworfen wurde. Der Förderverein habe 200 Steine vorbereiten lassen, erläutert Bachmann. Sollte die Nachfrage dieses Angebot übersteigen, wäre dies allerdings kein Problem. „Schiefer haben wir genug auf dem Dach“, bekräftigt der Küster.

Bisher verlaufe der Verkauf jedoch eher schleppend. Der Förderverein bietet die Erinnerungsstücke noch an den verbliebenen beiden Adventssonntagen im Anschluss an den Gottesdienst an. Interessierte können die Schieferplatten zwischen 11.15 Uhr und 12 Uhr erwerben.

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