Flörsheim

Flörsheimer SPD ist gegen Deponieausbau

  • schließen

Die Sozialdemokraten appellieren an die Landräte von Hochtaunus und Main-Taunus, die Erweiterung der Mülldeponie in Wicker zu stoppen. Auch das Flörsheimer Stadtparlament soll sich dagegen aussprechen.

Die Flörsheimer SPD fordert die Landräte des Main-Taunus- und des Hochtaunuskreises, Michael Cyriax und Ulrich Krebs (beide CDU) sowie Aufsichtsratsvorsitzende Madlen Overdick (Grüne) auf, dafür zu sorgen, dass die Planungen für ein Genehmigungsverfahren zur Erweiterung der Rhein-Main-Deponie in Wicker umgehend eingestellt werden. Für die Flörsheimer Stadtverordnetenversammlung am 12. Dezember haben die Sozialdemokraten einen Antrag vorgelegt, wonach das Parlament der Mainstadt das Vorhaben ablehnen soll.

Nach Angaben der Wickerer SPD-Stadtverordneten Katharina Adam gibt es seit den 1990er Jahren die Zusage, die Deponie zu sanieren und zu einem geordneten Ende zu bringen. Dazu sei ein Planfeststellungsverfahren durchführt worden, das mit einem Bescheid im Jahr 2005 endete. Damals sei auch die maximale Deponiehöhe festgelegt worden. Mehr als 100 Millionen Euro seien anschließend in die Deponiesanierung geflossen. Dass jetzt weitere 20 Jahre Müll in Wicker abgelagert und der Deponieberg um 20 Meter wachsen solle, sei den Bürgern nicht zu vermitteln, findet Adam.

Flörsheims Bürgermeister Bernd Blisch (CDU) und Erste Stadträtin Renate Mohr (Grüne Alternative Liste Flörsheim) forderten die Rhein-Main-Deponiegesellschaft (RMD) auf, die städtischen Gremien „zeitnah und umfassend“ über die Pläne zur Erweiterung in Wicker zu informieren.

Bei einer Veranstaltung der kommunalen Entsorgungsgesellschaft, deren Gesellschafter der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis sind, hatte Geschäftsführer Heino von Winning Anfang der Woche vor mehreren Hundert Zuhörern erläutert, dass die regionale Müllentsorgung mit konstanten Preisen gewährleistet werden könne, wenn in Wicker „eine Deponie auf der Deponie‘“ gebaut werde. Das Regierungspräsidium Darmstadt habe dieses neue Verfahren vorgeschlagen. Der Unmut im Publikum war groß. Bürger, die sich zu Wort meldeten lehnten die Ausbaupläne ab.

Er wisse zu wenig über die Technologie und die Finanzierung des Vorhabens, um dazu eine fundierte Aussage treffen zu können, sagte Landrat Michael Cyriax gestern auf FR-Anfrage. Einen Zwang, der Entsorgungsgesellschaft, neue Aufgaben aufzubürden, gibt es seinen Angaben zufolge nicht. Die RMD sei durch die Unterstützung der beiden Landkreise bis 2027 durchfinanziert. In ganz Deutschland fehle jedoch Platz für Müllablagerung. „Darüber müssen wir uns Gedanken machen.“

Sollte die Schlacke aus den Verbrennungsanlagen der ganzen Region am Ende in Wicker landen, dürften die wirtschaftlichen Lasten allerdings nicht nur bei Main-Taunus und Hochtaunuskreis liegen, sagte Cyriax. „Da müssen auch andere mitzahlen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare