Lina Teubner hat im Garten des Weilbacher Naturschutzhauses einen Komposter gebaut.
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Lina Teubner hat im Garten des Weilbacher Naturschutzhauses einen Komposter gebaut.

Flörsheim

Flörsheim: Kompost selbst machen

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Am Naturschutzhaus in den Weilbacher Kiesgruben erfährt man, wie aus Abfällen Wertvolles für den eigenen Garten entsteht.

Wenn Lina Teubner über das Kompostieren erzählt, dann gerät die 19-Jährige geradezu ins Schwärmen. „Kompost ist mit das Beste für den Garten“, sagt die Abiturientin, die zurzeit im Naturschutzhaus in den Weilbacher Kiesgruben ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert. Für eine Projektarbeit hat sie sich mit dem Thema beschäftigt. Das Ergebnis ist eine Kompostecke, die sie auf dem Gelände neben dem Umweltbildungszentrum angelegt hat. Ein mal einen Meter groß und 1,10 Meter hoch ist der Behälter, den Lina Teubner dafür aus Holz aus dem Baumarkt gezimmert hat. Unten ist er offen, damit sich Bodenorganismen leichter ansiedeln können. Wer Sorge hat, dass Ratten und Mäuse sich an den Abfällen zu schaffen machen, könne zum Schutz auch ein Gitter auf den Boden legen, erklärt die junge Frankfurterin.

Anders als man das im eigenen Garten machen würde, ist eine Seite des selbst gebauten Komposters in den Weilbacher Kiesgruben mit einer Plexiglasplatte verschlossen. So können die Besucher beobachten, was sich in den einzelnen Schichten tut, wie sich Grasschnitt, Küchenabfälle oder Äste nach und nach zersetzen und zu wertvollem Humus werden.

Abwechselnd hat Teubner die Schichten mit einer großen Schaufel in den Komposter gefüllt. Bei den Küchenabfällen sei darauf zu achten, dass weder Fleisch, Wurst oder Käse noch Brot in den Komposter geraten, weil sie Ratten anlockten, sagt sie. Ungünstig seien auch die Reste von Südfrüchten, Bananen sowie Eierschalen, die allesamt nur sehr langsam verrotten. Jede Art von Grünschnitt aus dem Garten dagegen sei gut geeignet.

Abwechselnd trocken und feucht sollten die Schichten sein, damit der Zersetzungsprozess möglich rasch vonstatten geht. „Wenn alles richtig läuft, stinkt Kompost nicht“, erklärt Teubner. „Das kann höchstens passieren, wenn der Inhalt zu nass ist und fault.“ Es sei deshalb wichtig, den Kompost an einem regengeschützten Ort herzustellen. „Wenn Feuchtigkeit fehlt, kann man zur Not mit einer Gießkanne nachhelfen.“

Zwölf Monate wird es etwa dauern, bis der Kompost kleinteilig und krümelig geworden ist und als frischer Humus unter die Erde der Beete gemischt werden kann. Zwei Mal sollte man den Kompost in dieser Zeit „umsetzen“, um die Zutaten neu zu mischen und Sauerstoff zuzuführen.

Wer Lust hat, kann auf den Kompost Kürbisse pflanzen. Weil sie reichlich Nahrung bekommen, werden sie gut doppelt so dick wie anderswo im Garten.

Weitere Infos zum Weilbacher Naturschutzhaus findet man online unter https://naturschutzhaus.mtk.org

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