Flörsheim

Flörsheim: Keine Deponie auf der Deponie

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Auch CDU, Grüne und FDP im Main-Taunus-Kreistag lehnen den Ausbau der Rhein-Main-Deponie in Wicker ab. Grund sei die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung.

Monatelang wurde darüber gestritten, ob auf der Rhein-Main-Deponie in Flörsheim-Wicker eine Deponie auf der Deponie errichtet werden soll. Jetzt ist das Projekt, das für weitere 20 Jahre die Ablagerung von Schlacke, Bauschutt und Erdaushub aus der Region ermöglichen sollte, wohl gestorben: Die Koalitionäre im Main-Taunus-Kreistag, CDU, Grüne und FDP, teilten gestern mit, dass sie den Bau dieser Deponie ablehnen. In der Kreistagssitzung am Montag, 15. Juni, soll über einen entsprechenden Antrag abgestimmt werden. Vor einigen Wochen hatte bereits die SPD-Fraktion einen Stopp der Ausbauplanungen in Wicker gefordert.

Vor allem die fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung habe die Koalitionäre am Ende dazu gebracht, das Projekt, das der frühere RMD-Geschäftsführer Heino von Winning ins Spiel gebracht hatte, aufzugeben, teilten CDU, Grüne und FDP mit. Nach Jahrzehnten des Deponiebetriebs seien die Anwohner in Flörsheim und Hochheim nicht bereit, die Belastungen weiter zu ertragen. Bezüglich der Entsorgungssicherheit gebe es Signale aus Nachbarkommunen, dass dort Deponiekapazitäten bereitstehen könnten. Ob sich ein Ausbau rechnen würde, sei unklar.

Weil die Nachsorge der Rhein-Main-Deponie noch über Jahrzehnte zu leisten sein wird, fordern die Koalitionäre die Geschäftsführung auf, über die Höhe der anfallenden Kosten zu informieren.

Gesellschafter der Rhein-Main-Deponie-GmbH, die die Deponie in Wicker betreibt, sind Main-Taunus- und Hochtaunuskreis. Zusammen investieren sie mehr als 60 Millionen Euro in die Sanierung des in finanzielle Schieflage geratenen kommunalen Entsorgungsunternehmens.

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