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Es fehlen viele Betreuungsplätze

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Knapp 140 Kinder stehen auf der Warteliste / Zusätzliche Gruppen in Krippen

Flörsheim - Die Stadt benötigt dringend zusätzliche Kindergarten- und Krippenplätze. Dies geht aus einem mündlichen Bericht der Ersten Stadträtin Renate Mohr (GALF) im Sozial- und Kulturausschuss der Stadtverordneten hervor. Die Hauptamtliche stellte den Fraktionen die momentanen Bedarfszahlen vor, die das vorhandene Angebot sowohl in der U3-Betreuung als auch im Ü3-Bereich überschreiten.

Stichtag für einen Kindergartenplatz ist derzeit der 1. März 2023. Allen Kindern, die bis zu diesem Datum drei Jahre alt werden, soll ein Betreuungsangebot gemacht werden. Die Verwaltung habe derzeit noch 59 Kinder auf der Liste, denen kein Platz angeboten werden konnte, obwohl sie das Kriterium erfüllen, erläuterte Renate Mohr.

Zuzüge junger Familien haben, nach Angaben der Ersten Stadträtin, einen großen Einfluss auf das Platzangebot. Seit September seien zehn Kinder im Kita-Alter neu nach Flörsheim gekommen. Mohr wies allerdings auch darauf hin, dass Eltern Kita-Plätze aus unterschiedlichen Gründen ablehnen. Unter anderem würden Angebote zurückgewiesen, wenn sich der freie Platz nicht in der Wunsch-Kita befindet.

Nicht sofort ein neues Angebot

Manche würden auch einfach über die App Webkita per Knopfdruck ablehnen. Renate Mohr sagte, dass solchen Eltern nicht sofort bei der nächsten Gelegenheit wieder ein Angebot gemacht werde. Die Stadt gehe davon aus, dass in diesen Familien keine große Not bestehe.

Ein neue Möglichkeit zur Schaffung von Betreuungsangeboten habe sich gerade aus Gesprächen mit dem Main-Taunus-Kreis ergeben. Renate Mohr berichtete, dass im Zuge der Erweiterung der Paul-Maar-Schule Flächen frei werden. Die Schulkindbetreuung, die der Kreis übernimmt, kommt im Schulgebäude unter. Ursprünglich sollten die zwei bisherigen Räume der Schulkindbetreuung weiter von der Grundschule genutzt werden. Stadt und Kreis einigten sich jetzt aber darauf, dort Kita-Gruppen einzuquartieren.

Noch höher ist der Bedarf an Krippenplätzen. 89 Kindern im Alter unter drei Jahren wurde trotz des Anspruchs noch kein Betreuungsangebot gemacht. Renate Mohr bezeichnete die Zahl als „erschreckend hoch“.

Die Erste Stadträtin erläuterte, dass erfahrungsgemäß 25 Prozent der berechtigten Kinder tatsächlich einen Platz belegen. Zur Verbesserung der Lage im U3-Bereich sollen zwei zusätzliche Gruppen in Wicker beitragen. Auch in Weilbach sind zwei weitere U3-Gruppen im Rahmen der Erweiterung der Kita Pusteblume vorgesehen.

Melanie Ernst (SPD) kritisierte, dass der Bericht nur mündlich abgegeben wurde und erkundigte sich, wann ein schriftlich ausgearbeiteter Bedarfsplan vorliegt. Renate Mohr erklärte die Situation mit Personalveränderungen im Rathaus. Momentan werde ein neuer Amtsleiter für diesen Bereich eingearbeitet. Sobald sich dieser einen Überblick verschafft habe, solle ein aktueller Kindertagesstättenentwicklungsplan ausgearbeitet werden.

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