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Ein Duo für Ältere

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Sie führen die Seniorenberatungsstelle (v. li.): Heide Dickhaus und Christine Müller. Die Einrichtung besteht seit zehn Jahren. kröner
Sie führen die Seniorenberatungsstelle (v. li.): Heide Dickhaus und Christine Müller. Die Einrichtung besteht seit zehn Jahren. kröner © Kröner Sascha

Beratungsstelle startet Aktion „Gemeinsam statt einsam“

Flörsheim - Was die Flörsheimer Seniorenberatung für ältere Menschen bedeutet, hatten einige Nutzer mit Klebezetteln auf einer Stellwand notiert. „Hilfe bei Problemen und Kummer“, stand dort zu lesen - gleich neben dem Hinweis, dass Hausbesuche „sehr wichtig und hilfreich“ seien. Eine andere Person bezeichnete die Seniorenberatung als „die Stelle, die mich über alles, was Senioren betrifft, informiert.“

Seit dem 1. Dezember 2012 existiert die Beratungsstelle für ältere Menschen in Flörsheim. Nun feierte das Hilfsangebot unter der Trägerschaft der Caritas sein zehnjähriges Bestehen. Seit der Gründung erfolgten 10 366 Beratungen und Kontaktaufnahmen. Die Hilfeleistungen umfassten 4645 telefonische Beratungen, 1786 Beratungen im Büro und 1174 Hausbesuche. Im Jahr 2013 fing das Projekt mit 389 Beratungen zunächst noch relativ klein an. Schon ein Jahr später hatte sich die Nachfrage bereits verdoppelt. Im vergangenen Jahr blickte das Beratungsteam trotz Corona auf insgesamt 1490 Beratungen und Kontakte. Die Stadt finanziert das Projekt mit Unterstützung des Main-Taunus-Kreises.

Dass die Seniorenberatung über zehn Jahre erhalten geblieben und sogar gewachsen ist, freut nicht nur die Nutzer. Ein großer Erfolg ist das Projekt auch für Christine Müller, die seit der ersten Stunde die Fäden in der Hand hält. Die gelernte Krankenschwester hat 17 Jahre Erfahrung in der Pflege und kann ein Studium der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Seniorenarbeit vorweisen. In Flörsheim habe sie vor zehn Jahren ihren Traumjob gefunden, sagt die Beraterin. „Das war die Stelle, die ich nach meinem Studium immer wollte“, erzählt Müller. Am Anfang habe sie vor allem Netzwerkarbeit betrieben und sich dafür eingesetzt, Kontakte zu Vereinen, Ärzten und Apotheken zu knüpfen. Ihre Aufgabe verstehe sie als die einer Lotsin, die den Senioren beim Finden der richtigen Anlaufstellen hilft. Im Jahr 2019 konnte die Seniorenberatung durch zusätzliche Zuschüsse des Kreises um eine weitere Mitarbeiterin verstärkt werden. Seither bekommt Christine Müller Verstärkung von Kollegin Heide Dickhaus.

Schon kurz nach ihrem Start als Duo standen die Seniorenberaterinnen vor einer besonderen Herausforderung: Die Corona-Pandemie führte zu einem deutlichen Einschnitt in ihrem Arbeitsumfeld. Sie habe negative körperliche und psychische Veränderungen bei Senioren bemerkt, weil viele der älteren Menschen weniger rausgegangen seien, berichtet Christine Müller. 2020 sanken die Beratungen im Büro von zuvor 279 auf 155. Hausbesuche gingen von 127 auf 89 zurück. Gleichzeitig nahmen die telefonischen Beratungsgespräche von 465 auf 825 zu. „Corona hat das Problem der Einsamkeit verschärft“, stellt die Seniorenberaterin fest. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Beratungsstelle zusammen mit der Flörsheimerin Britta Kluin das Projekt „Gemeinsam statt einsam“ gestartet. Senioren sollen dabei motiviert werden, Ängste zu überwinden und an gesellschaftlichen Angeboten teilzunehmen. Abseits von Corona drehen sich die Beratungen häufig um Fragen zu Pflegebedürftigkeit, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Künftig werde wohl auch die Energieversorgung eine Rolle spielen, vermutet Christine Müller. Bei diesem Thema herrsche derzeit viel Angst bei den älteren Menschen.

Die Seniorenberatung am Rathausplatz 6 ist unter Telefon 0 61 45 / 95 53 41 erreichbar. Wer Unterstützung benötigt, kann einen Termin vereinbaren.

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