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Der Schutzmann aus dem Revier

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Der neue Stationsleiter Michael Schulz setzt auf Prävention und gutes Arbeitsklima

Flörsheim - Gleich vorweg „gesteht“ Michael Schulz seine privaten Vorlieben: Der VfL Bochum und Live-Konzerte von Rock-Gruppen sind darunter, wie auch die Kultur in Form von Aufführungen, wie sie im Hofheim/Krifteler Showspielhaus dargeboten werden. Und so ganz beiläufig erwähnt Michael Schulz, dass er einst als junger Mann „aufgelegt“ hat - nämlich als DJ noch die guten alten Schallplatten, die heutzutage auch in Musikerkreisen wieder geschätzt und begehrt sind. Dies alles wäre für einen Lehrer oder Bilanzbuchhalter in deren Vita ganz „normal“. Dass diese - und einige weitere interessante - Hobbys aber von einem Polizeibeamten seit Jahrzehnten gepflegt werden, ist dann doch eher ungewöhnlich. Michael Schulz ist der neue Leiter der Polizeistation Flörsheim-Hochheim. Der Beamte ist offiziell seit dem 1. September der Nachfolger von Sabine Bornberg, die in eine andere Station gewechselt ist. Sein Stellvertreter ist Ansgar Hoppelshäuser. Die beiden derzeitigen Leiter kennen sich exzellent im Main-Taunus-Kreis aus.

ZUR PERSON

Michael Schulz stammt aus einer Bergarbeiterfamilie aus dem „Revier“. Verheiratet ist er mit einer Griechin. Der Familienvater liest viel, treibt Sport und ist auf dem Motorrad oder dem Mountainbike unterwegs.

Ob Frankfurt, Wiesbaden, Eschborn, Hofheim oder nun Flörsheim: Der Familienvater war vor seinem Dienstantritt in Flörsheim im Schichtdienst, also überwiegend nachts, tätig.

Nun hat er als Leiter der Polizeistation Flörsheim-Hochheim erstmals Tagdienst zu verrichten. Für seine beiden Hunde wird der neue Rhythmus wohl ebenso ungewöhnlich sein. meh

Michael Schulz ist gebürtiger Bochumer. Er ist kein pingeliger Beamter, sondern ein akribischer Arbeiter, wenn es um die Vorbereitungen für mögliche Einsätze oder für die polizeiliche Sicherung von Veranstaltungen geht. Kein Wunder also, dass der Beamte eine „Manpower“ und einen Erfahrungsschatz vorweisen kann, der nicht theoretisch errungen wurde, sondern bei praktischen Einsätzen. „Ich war schon in den verschiedenen Funktionen bei einigen schweren Lagen dabei“, sagt Michael Schulz. Mit dem Wort „Lage“ beschreiben Polizisten den Begriff Einsätze. Dass diese oft nicht ungefährlich waren und er dabei auch nicht immer unbeschadet davon gekommen ist, deutet der Polizeibeamte an. Mehr möchte er dazu aber nicht sagen. Fakt ist: Michael Schulz, dessen Vater Bundeswehr-Soldat war, musste schon als Kind und Jugendlicher flexibel sein und sich schnell an neue Bedingungen gewöhnen. Wurde sein Vater versetzt, zog die Familie mit. So zum Beispiel von Münster nach Mittenwald. Seine bisherigen beruflichen Wechsel waren quantitativ deutlich mehr: Frankfurt, Wiesbaden, Hofheim und Eschborn - doch „auf der Flucht“ war er nie, sagt Michael Schulz schmunzelnd. Seine Qualifikationen mehrten sich entsprechend. Was sich bei der Vita des Ersten Polizeihauptkommissars so locker-flockig und problemlos anhört, ist das Ergebnis von viel Arbeit. Denn geschenkt wurde dem 54-Jährigen bei seiner Karriere nichts. „Ich bin Schutzmann mit Leib und Seele“, sagt Michael Schulz. Man nimmt es ihm ab. Deeskalation und nicht Eskalation steht für ihn an erster Stelle. Denn für ihn stehen die Menschen im Mittelpunkt. Und damit ist nicht nur das Klientel gemeint, mit dem Polizistinnen und Polizisten tagtäglich zu tun haben - im negativen wie im positiven Sinne - sondern auch die Kolleginnen und Kollegen. „Früher hat es niemand interessiert, wenn jemand nach einem Todesfall bei einem Einsatz aufs Revier kam. Es wurde am besten nicht darüber gesprochen. Das hat sich grundlegend geändert. Heute bekommt jeder Hilfe, wenn er solche Einsätze absolviert hat. Und darauf lege ich auch Wert, dass das in Anspruch genommen wird.“ Er selbst werde bei gefährlichen Einsätzen immer dabei sein. Einfach deshalb, weil er seine Mitarbeiter unterstützen möchte und weil er seine Erfahrungen bei der Bewältigung solcher Aufgaben in die Waagschale werfen könne. Noch heute ist er überörtlich bei besonderen Lagen dabei und arbeitet dann im Führungsstab, wenn es um größere Einsätze geht. Davon profitierten seine Mitarbeiter, die von dem erfahrenen Beamten vieles lernen können, was kein Studium biete. Dem Stationsleiter macht es Freude, den jüngeren Kollegen das bestmöglichste Know how zu vermitteln. Was unterscheidet die Polizisten von früher von den heutigen Kollegen? Nicht viel, meint Michael Schulz. Früher seien Polizisten in grünen Uniformen auf Kreuzungen wahrgenommen worden, auf denen sie den Verkehr regelten. „Heute sind Polizisten mit Schutzwesten und sichtlich bewaffnet ausgerüstet“, verdeutlicht der Leiter den eklatanten Unterschied.

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