1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Flörsheim

Bäume und Bänke am Mainufer-Radweg

Erstellt:

Kommentare

Stadtverordnete lehnen Benennung nach Altbürgermeister Josef Anna ab

Flörsheim - Der jüngste Antrag der Freien Bürger (dfb) klang eigentlich wie gemacht für eine breite Unterstützung der CDU-GALF-Koalition. Die Wählergemeinschaft widmete sich dem Radweg am Mainufer, an dem die dfb-Fraktion nicht nur neue Bäume pflanzen und Bänke aufstellen lassen möchte. Die Antragsteller baten auch um eine Prüfung, ob der Rad- und Fußweg zwischen Bootshaus und Artelgraben nach dem 2020 verstorbenen Altbürgermeister Josef Anna (CDU) benannt werden kann.

Christdemokrat Anna saß in den Jahren von 1962 bis 1979 auf dem Chefsessel im Rathaus. Der dfb-Fraktionsvorsitzende Frank Herzog argumentierte, dass Josef Anna in seiner Amtszeit unter anderem die Gestaltung des Flörsheimer Mainufers umsetzte. Die Idee der Freien Bürger schien ganz im Sinne der CDU zu sein - doch ausgerechnet an diesem Punkt gingen die Sichtweisen auseinander.

GALF will auch Frauen gewürdigt sehen

CDU-Frau Brigitte Wagner-Christmann bezeichnete die ersten beiden Punkte des dfb-Antrags als überlegenswert. Sie sprach sich dafür aus, den Antrag im Ortsbeirat Stadtmitte zu diskutieren, um die Eigentumsverhältnisse entlang des Weges zu klären und zu beraten welche Bäume geeignet wären. Keine Begeisterung löste jedoch der Vorschlag aus, den Uferweg dem früheren CDU-Rathauschef zu widmen. Wagner-Christmann erinnerte daran, das Josef Anna viele Projekte in Flörsheim umgesetzt habe - darunter nicht nur das Mainufer, sondern auch das Schulzentrum und den Bau der Kanalisation. Eine Würdigung sei auch aus Sicht der CDU angebracht.

Ein Radweg sei allerdings nicht geeignet, den vielen Leistungen des Altbürgermeisters gerecht zu werden. Dem würden wohl auch die Angehörigen nicht zustimmen, erklärte die Christdemokratin. Passender wäre es aus Sicht ihrer Fraktion eine Straße oder einen Platz nach Anna zu benennen. Dies solle künftig in geeigneter Runde diskutiert werden, schlug Wagner-Christmann vor.

Der GALF-Fraktionsvorsitzende Frank Laurent erklärte, dass er es gut gefunden hätte, wenn die Fraktionen vorher über die geplante Namensgebung informiert worden wären. Außerdem seien schon viele Straßen in Flörsheim nach Männern benannt. Man müsse auch mal überlegen, welche Frauen man noch würdigen könne, so der Grüne. Grundsätzlich finde die GALF den Antrag der Freien Bürger gut. Laurent bat allerdings darum, das Thema nicht nur in den Ortsbeirat zu überweisen, sondern vorher auch noch den Magistrat einzubeziehen. Da es sich um den Bereich des Mainvorlandes handele, müsse geklärt werden, ob Baumpflanzungen und Bänke dort überhaupt zulässig sind.

Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung zog die dfb-Fraktion den dritten Punkt ihres Antrags - die Benennung des Weges nach Josef Anna - zurück. Frank Herzog gelobte, dass man sich in Zukunft besser gemeinsam abstimmen werde. Der Antrag zur attraktiveren Gestaltung des Fuß- und Radwegs wurde anschließend einstimmig von den Stadtverordneten an Magistrat und Ortsbeirat verwiesen.

Auch interessant

Kommentare