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Flörsheim gibt nicht auf

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Flörsheim leidet unter Fluglärm.
Flörsheim leidet unter Fluglärm. © FR/Arnold

Kelsterbach ist für Flörsheim kein Vorbild. Im Gegenteil: Die Mainstadt geht den juristischen Weg gegen den Flughafenausbau konsequent weiter. Von Gesa Fritz

Von GESA FRITZ

Flörsheim gibt nicht auf. Im Gegenteil: Die Mainstadt bekräftigt ihre Position im jahrelangen Kampf gegen den Ausbau des Flughafens. Das wurde durch die Sondersitzung des Parlamentes am Donnerstagabend noch einmal mit allem Nachdruck verdeutlicht. Einstimmig haben alle Fraktionen hier eine Resolution verabschiedet. Durch diese wird der Magistrat ermächtigt und beauftragt, weiter juristisch gegen den Ausbau des Flughafens vorzugehen. Auch die Aufrechterhaltung der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde bekräftigt.

Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) erklärte, dass ebenfalls am Donnerstag die Anwälte der Stadt beim Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde gegen die Beschlüsse des Hessischen Verwaltungsgerichtes eingelegt hätten.

In der Resolution appellieren die Stadtverordneten noch einmal an die Fraport AG, die Rodung des Kelsterbacher Waldes zu stoppen und auf die Entscheidung im Hauptsacheverfahren zu warten. Infolge der wirtschaftlichen Lage und damit einhergehender Rückgänge bei Passagierzahlen und Frachtaufkommen wären durch eine solche Entscheidung für das Unternehmen keine wirtschaftlichen Schäden zu erwarten.

Es war ein Abend der Emotionen und der starken Worte. "Ich bin persönlich bestürzt", eröffnete Wolfgang Odermatt (CDU), Vorsitzender der Versammlung, den Abend. Er sei vor allem schockiert, dass es in der Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes in Kassel Ende vergangener Woche nur um Arten- und Naturschutz gegangen sei. "Über die Menschen in Flörsheim und den betroffenen Gemeinden wurde kein Ton gesagt", konstatierte er.

"Wir glauben nicht, dass unsere Einwände mit der notwendigen Sorgfalt geprüft wurden", kritisierte Martina Pokowietz (SPD) den Gerichtsbeschluss von vergangener Woche. Galf-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr bezeichnete das schnelle Vorgehen des Gerichtes als eine "Unverschämtheit". Innerhalb von 48 Stunden könne man 300 Seiten Einwände nicht sorgfältig lesen und beantworten, so Mohr. FDP-Fraktionsvorsitzender Dieter Janzen sprach gar von einer "verdächtigen Eile".

Immer wieder kochte Ärger über Kelsterbachs neue Haltung zum Flughafenausbau hoch. "Wir kämpfen - und Kelsterbach bekommt goldene Ortsschilder", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Marcus Reif. Bürgermeister Antenbrink erklärte, es wäre eine Dummheit, die Klage vor dem Hauptsacheverfahren zurückzunehmen. "Ich bin mir sicher, dass sich vor Gericht mehr für die vom Lärm bedrohten Bürger erstreiten lässt, als mit einer Kapitulation vor Fraport", sagte Antenbrink.

Flörsheim stehe in seinem Kampf noch lange nicht auf verlorenem Posten, so der Tenor der Versammlung. "Es gilt standhaft zu bleiben und sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen", sagte der Bürgermeister. Das Hauptsacheverfahren wird für die die erste Jahreshälfte erwartet. Und dabei, hoffen die Flörsheimer, soll es dann auch um die Beeinträchtigung ihrer Gesundheit und ihre Lebensqualität gehen.

Gegen die Resignation wendet sich auch der Solidaritätsverein Für Flörsheim in einem Brief. Das Schreiben soll in diesen Tagen an die knapp 1000 Vereinsmitglieder gehen. Sie werden zum weiteren Kampf gegen den Flughafenausbau aufgerufen. Wenn alle weiter zusammenständen, gäbe es noch gute Chancen, viel für die Menschen in der Region zu erreichen.

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