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Kino Kelkheim

Filmbetrieb im Ehrenamt

Klein, aber oho. Multiplex-Riesen wie das Kinopolis sieht der Kinoverein Kelkheim nicht als Konkurrenz an. In seinen beiden Sälen läuft ein Mix aus Blockbustern und Filmkunst. Von Jöran Harders

Von Jöran Harders

Montags ist Großkampftag. "Da hänge ich den ganzen Tag am Telefon und telefoniere mit den Filmverleihfirmen", erzählt Martin Müller-Raidt, Vorsitzender des Kelkheimer Kinovereins. Jeden Montag entscheidet sich, was ab Donnerstag im Kino zu sehen ist. Müller-Raidt verhandelt mit den Verleihern, um für sein Kino Filme zu bekommen, die für das Publikum attraktiv sind. Das ist nicht immer leicht. "Als kleines Kino sind wir für die Verleiher, die prozentual am Umsatz beteiligt sind, weniger interessant als die Multiplex-Kinos.

Allerdings haben wir für unsere Größe gute Besucherzahlen, wodurch wir manche begehrten Filme doch bekommen", so Müller-Raidt. Als Beispiel nennt er "This Is It", einen Dokumentarfilm über die Vorbereitungen zu Michael Jacksons Tournee kurz vor seinem Tod. "Der kommt in Deutschland nur für zwei Wochen in die Kinos - unter anderem in Kelkheim."

Als Konkurrenz zum Sulzbacher Kinopolis versteht Martin Müller-Raidt das Kino Kelkheim nicht. "Wir haben seit der Gründung des Kinovereins 1985 ein anderes Programm und eine andere Zielgruppe als die Großen, die vor allem mit den Blockbustern ihr Geld verdienen. Bei uns dagegen sind die Säle voll, wenn Filme wie ,Vision ´ oder ,Coco Chanel´ laufen." Beliebt seien auch Reihen, wie der Frauenfilm als Alternative zum Fußballabend und die Filmkunst-Reihe. Neu ins Programm aufgenommen hat Martin Müller-Raidt Reisefilme. Möglich sind solche Experimente, seitdem im Kelkheimer Kino eine Abspielanlage installiert ist, die Filme auch von Blue-Ray-Disc und Festplatte abspielen kann, was den Aufwand und die Kosten für die Vorführungen gering hält.

Das richtige Gespür ist wichtig

Bei der Filmauswahl müsse man einen Riecher dafür haben, was gerade gefragt ist, und darauf achten, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. "Auf seine eigenen Vorlieben sollte man sich dabei nicht verlassen", sagt Müller-Raidt, der sich davor hütet, seine Lieblingsfilme im Kino zu spielen - denn "Herzensangelegenheiten rechnen sich nicht". Deshalb setzt das Kino Kelkheim wie die meisten Kinos seiner Größe auf eine möglichst ausgewogene Mischung eher anspruchsvollerer Filme, abgerundet durch Reihen und ein Kinderprogramm.

Immerhin 35.000 Besucher lassen sich davon Jahr für Jahr in das Kino in der Rotlintallee im Stadtteil Hornau locken. Die schätzen auch die "besondere Atmosphäre, die die großen Kino-Klötze nicht bieten können", weiß Müller-Raidt, der in der entspannten Situation ist, mit dem Kinobetrieb nicht unbedingt große Gewinne erwirtschaften zu müssen. "Als ehrenamtlich betriebenes Kino in der Hand eines Vereines arbeiten wir nicht kommerziell. Das Geld, was das Kino erwirtschaftet, wird auch wieder in das Kino investiert."

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