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Feuerspucker und Fakire

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Maxime Erkens hat mit den Kindern zunächst mit Wasser geprobt, aber dann wird es richtig heiß.
Maxime Erkens hat mit den Kindern zunächst mit Wasser geprobt, aber dann wird es richtig heiß. © FR/Schick

Die Berg-Schule in Vockenhausen veranstaltet zu ihrem 30. Jubiläum eine große Zirkusaufführung. Mit dabei sind 279 Kinder und 530 Eltern. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

Die Aufregung der Kinder ist förmlich greifbar. Gleich geht’s hinaus in die Manege zum Feuerspucken. Etwa zehn Kinder stehen im Pulk im hinteren Teil des blau-rot gestreiften Zirkuszeltes. "Mund auf!" kommandiert eine Lehrerin und schwingt einen Esslöffel mit einem hellen Pulver. "Wie schmeckt das denn?" fragt einer der Knirpse. "Wie Kakao und Milch," antwortet Zirkusdirektor Reinhard Gildenstern, der sich selbst "Schreiner" nennt. Das steht auch auf seinem schwarzen T-Shirt. "Aber Ihr sollt es ja nicht essen", fügt er hinzu. Der Umgang ist rau, die Zeit drängt, nur noch wenige Tage bis zur ersten Aufführung. Nacheinander wagen die Acht- bis Zehnjährigen der Feuerspucker-Gruppe ihr Glück mit der Flamme. Zuvor hatten sie die Technik mit Wasser geübt. "Das wirkt bei den Zuschauern", freuen sich die Jungs.

Geübt wird im Zirkus "Eppolino" in der Berg-Schule in Eppstein-Vockenhausen seit Montag. Am Ende des ehrgeizigen Projekts anlässlich des 30. Jubiläums der Schule stehen vier Aufführungen am Freitag und Samstag. Insgesamt sind 279 Kinder, 5 Pädagogen, 20 Trainer, 77 Helfer und 530 Eltern beteiligt. Es werden 1200 Zuschauer erwartet. "Für uns ist es eine ganz besondere Veranstaltung und eine Sternstunde für die Schule", schwärmt der Leiter der Grundschule Clemens Remsperger. Noch nie habe es ein solches Miteinander gegeben. Die Kinder lernten viel über Zusammenhalt, Sozialverhalten und Umgang mit Frust. Angeleitet wird das Projekt vom externen Zirkuspädagogen Schreiner. Er steuert nicht nur Wissen bei, sondern auch das Programm, die Kostüme und das Zelt. Zu den Kindern hat er einen guten Draht. "Auch wenn er sie kritisiert, kommt das Lob anschließend sofort", so Remsperger.

Hauptsache Akrobatik

Mit insgesamt 70 Teilnehmern ist die Akrobatik die begehrteste Disziplin. Hand- und Kopfstand, Spagat und Pyramidenbau aus menschlichen Körpern. Außerdem gibt es natürlich Clowns, Zauberer, Fakire und Schwarzlichttänzer - das Programm lässt keine Wünsche offen. Verblüffend, wie viel die Kleinen in so kurzer Zeit gelernt haben. "Das gehe nur mit Konzentration und Disziplin", so Remsperger. Besonders für die "Schwächeren" in der Klasse sei das Zirkusprojekt emotional ein Erfolg, weil manche zum ersten Mal ein Erfolgserlebnis hätten und im Mittelpunkt stünden, sagt Lehrerin Renate Küveler.

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