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Feuer für Fraport

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Von: Andrea Rost

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Viele sind gekommen, um ihren Unmut zu zeigen.
Viele sind gekommen, um ihren Unmut zu zeigen. © Oeser

Flörsheim Hunderte demonstrieren gegen Fluglärm / Der Kampf soll weitergehen

Kurz nach halb acht geht gestern Abend das Fraport-Magazin „Start Frei“ in Flammen auf. Der evangelische Pfarrer Martin Hanauer hat es angezündet. Hunderte Bürger klatschen Beifall, Trillerpfeifen ertönen. „Wenn ich in diesen Tagen Menschen begegne, die mit Tränen in den Augen in den Himmel blicken und nicht nach Hause wollen, weil es dort so laut ist, fehlen mir auch als Seelsorger die Worte“, sagt Hanauer.

Innerhalb von 24 Stunden haben die Grüne Alternative Liste Flörsheim (Galf), der Verein Für Flörsheim und die Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BfU) die Protestandacht vor der Flörsheimer Galluskirche organisiert. Der Platz ist mit Teelichtern und Fackeln hell erleuchtet, Transparente und Fahnen flattern im Wind. Bürger aus Flörsheim, Hattersheim und Hochheim sind da. „Ich bin froh, dass so viele gekommen sind“, sagt Galf-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr. „Wir müssen gemeinsam gegen den Fluglärm in der Region kämpfen. Nutzen Sie Ihre Phantasie, hängen Sie Plakate an ihr Haus, schicken Sie Briefe nach Wiesbaden.“

Von Lärmfolter spricht Frank Wolf von der BfU. Seit Eröffnung der neuen Landebahn erlebe Flörsheim eine Apokalypse, wie sie keine deutsche Stadt in der Nachkriegszeit erleiden musste. „Der Flughafenausbau ist das Böse schlechthin.“

Merkel hat’s vorgemacht

„Wir werden nichts unversucht lassen, um diese Stadt lebenswert zu erhalten“, kündigt der Flörsheimer Bürgermeister Michael Antenbrink an. Der SPD-Politiker will sich für das Nachtflugverbot und lärmärmere Anflugverfahren einsetzen. Kanzlerin Merkel sei zur Eröffnung der Bahn am vergangenen Freitag fast lautlos über Flörsheim hereingesegelt. „Sie hat uns gezeigt, was möglich ist.“ Argumente des Flughafenbetreibers, Frankfurt müsse sich international mit Flughäfen in Wüstenregionen messen, lässt Antenbrink nicht gelten. „Das ist mir scheißegal, lieber Herr Schulte.“

Für Hans-Jakob Gall, den Vorsitzenden des Solidaritätsvereins Für Flörsheim, gibt es für die Zukunft nur zwei Möglichkeiten: „Entweder die Bahn wird stillgelegt, oder Flörsheim wird entvölkert.“

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