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Feuer im Feinkostladen

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Von: Andrea Rost

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Justitia, Göttin der Gerechtigkeit.
Justitia, Göttin der Gerechtigkeit. © dpa

Wegen eines Feuers in seinem Krifteler Feinkostgeschäft muss sich der Ladenbesitzer vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Von Andrea Rost

"Wenn du mir meinen Laden anzündest, dann zahlt die Versicherung, und du kriegst 5000 Euro, weil du mir geholfen hast", soll Salvatore D. einem Bekannten im November 2005 gesagt haben. Der Mann lehnte ab. "Ich habe Familie, so etwas mach´ ich nicht", sagte er gestern vor dem Frankfurter Landgericht.

Wenige Tage später, am 1. Dezember 2005, brannte es tatsächlich in Salvatore D.´s Feinkostgeschäft in der Frankfurter Straße. Eine Passantin sah kurz nach 20 Uhr Rauch und ein kleines Feuer auf übereinander gestapelten Rattanstühlen, dann setzten zwei Stichflammen die Decke des Ladens in der Galerie-Passage in Brand. Die Gäste des griechischen Lokals im ersten Stock mussten in Sicherheit gebracht werden.

An der Einrichtung entstand ein Schaden von 50 000 Euro. "Inbrandsetzung eines Wohn- und Geschäftsgebäudes" beziehungsweise "besonders schwere Brandstiftung, um eine andere Straftat zu ermöglichen", so lautet der Anklagevorwurf der Staatsanwaltschaft gegen Salvatore D. Der 33-Jährige soll seinen Laden selbst angesteckt haben, um die Versicherungssumme in beträchtlicher Höhe zu kassieren. Das Strafmaß im Falle einer Verurteilung: fünf bis 15 Jahre Haft.

Brandursache ungeklärt

Wie Salvatore D. dabei vorgegangen sein soll, ist bislang ungeklärt. Die genaue Brandursache konnte die Polizei vor vier Jahren nämlich nicht ermitteln, schloss lediglich einen Einbruch und einen technischen Defekt aus; sichergestellt wurden auf den verkohlten Rattanstühlen Reste von Brennpaste, sie könnten den Brand beschleunigt haben; Salvatore D. sagt, er habe die Paste zum Warmhalten von Speisen verwendet.

Was dem ermittelnden Beamten auffiel: Salvatore D. sei nach dem Brand seltsam "verhalten" gewesen. "Er hat auf mich gewirkt, als ob es ihn gar nicht interessiert." Zeugen berichteten, D.´s Laden sei nicht besondern gut gelaufen, er habe finanzielle Probleme und Streit mit dem Vermieter gehabt. "Das passte alles zu unserer Hypothese, dass er als einziger einen Vorteil von dem Brand gehabt hätte", sagte der Beamte.

Es habe Stress gegeben wegen einer Mieterhöhung, bestätigte Salvatore D. Wirtschaftliche Probleme habe er aber keine gehabt. Zu dem Vorwurf der Brandstiftung wollte er sich gestern nicht äußern. Er habe an dem Abend seinen Laden abgeschlossen und erst zu Hause am Telefon von dem Brand erfahren.

Die Verhandlung vor dem Landgericht wird am Dienstag, 20. Oktober, fortgesetzt. Ein Urteil soll am 3. November gesprochen werden.

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