1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

Festwoche zum Verlobten Tag

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulrich Gehring

Kommentare

Der Verlobte Tag erinnert an das Ende der Pestepidemie von 1666 / 67. Bereits zum 350. Mal erfolgt die Dankprozession. Ein starkes Zeichen für einen zukunftsfesten Verlobten Tag verspricht das Musical nach Eugen Eckerts Text über das tragische Geschehen von 1666 zu werden.

Zum 350. Mal begeht Flörsheim in diesem Jahr seinen lokalen Feiertag, den Verlobten Tag. Er erinnert mit einer Prozession an das Ende der Pestepidemie von 1666 / 67. Das ganze Jahr über wird es zum Anlass des Jubiläums vielerlei Veranstaltungen geben, eine Arbeitsgruppe bereitet sie seit zwei Jahren vor. Höhepunkt wird der Festgottesdienst am Montag, 29. August, sein, den der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hält. Und ein Musical mit 150 Aktiven würdigt die weit zurückliegende Geschichte.

Start des Veranstaltungsreigens ist bereits in wenigen Wochen. „Pestgelöbnisse zwischen Rhein, Main und Taunus“ thematisiert Bernd Blisch in seinem Vortrag, der am Samstag, 27. Februar, 15 Uhr, in der Kulturscheune das Festjahr eröffnet. Am selben Ort liest am Wochenende, 23. /24. April, Hans Jakob Gall aus seinem dieser Tage erschienenen Buch „Mensch Münch“ über den für Flörsheim während der Pest wichtigen Pfarrer Johannes Laurentius Münch.

Genau 350 Jahre, nachdem die ersten Flörsheimer der Pest zum Opfer fielen, feiert die katholische Kirchengemeinde in der Galluskirche am Donnerstag, 16. Juni, einen Gedenkgottesdienst. Die Kantorei spielt Mozarts Requiem. Und das Heimatmuseum eröffnet am Freitag, 8. Juli, eine Ausstellung zum Thema Volksfrömmigkeit.

Zur Erinnerung an das Gelöbnis ruft das Stadtgeläut am Donnerstag, 28. Juli, zum ökumenischen Abendgebet auf dem Platz an der Galluskirche. Das Flörsheimer Amateurtheater bietet danach noch eine Szene aus dem „Neuen Spiel des Verlobten Tags“ von Wolfgang Stock.

Wieder ein Lebenslauf

Zum fünften Mal gibt es am Wochenende vor dem Verlobten Tag wieder einen Lebenslauf. Die Sportveranstaltung führt dieses Mal durch die einst von der Pest befallene Unterstadt. Anwohner sollen mit Lichtern die Strecke erhellen. Am Sonntag, 28. August, wird nach dem Gottesdienst die vom Brauchtumsverein Raabekazze initiierte Erinnerungsstätte für den Verlobten Tag am Mainufer eingeweiht. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) sieht es aus, als bringe die derzeitige Spendenkampagne das nötige Geld zusammen. Wie seit 70 Jahren steuert auch der Sängerbund Flörsheim am Feiertagsvorabend wieder sein Vermächtniskonzert zum Verlobten Tag bei.

„Werft eure Zuversicht nicht weg“, ein Satz aus dem Hebräerbrief des Apostels Paulus, steht als Motto über dem 350. Verlobten Tag. Zwar sind in Flörsheim nicht mehr wie einst alle Läden zu und es ist nicht mehr jedes Haus geschmückt. An der Zukunft des Traditionsfestes zweifeln der katholische Pfarrer Sascha Jung und der Bürgermeister aber nicht. „Der Verlobte Tag ist für Flörsheimer weit über den religiösen Kern hinaus ein Symbol des Zusammenhalts“, unterstreicht Antenbrink. Und Jung freut es, dass er den Kölner Kardinal Woelki als Prediger gewinnen konnte und die Altäre am Prozessionsweg von Gruppen jeden Alters gestaltet werden.

Seit Sommer Arbeit an Musical

Ein starkes Zeichen für einen zukunftsfesten Verlobten Tag verspricht das Musical nach Eugen Eckerts Text über das tragische Geschehen von 1666 zu werden. Mit großer Unterstützung aus der Bevölkerung treten Chöre und Musizierende der Graf-Stauffenberg-Schule auf. Theaterpädagogin Petra Spies arbeitet mit der Theatergruppe der Schule schon seit dem Sommer daran. Jetzt sucht sie noch dringend Hilfe beim Nähen der Kostüme. Wer sich engagieren möchte, meldet sich im Rathaus. Die Vorstellungen sind am 23., 24. und 25. September in der Stadthalle.

Ebenfalls theatralisch aufgegriffen werden die Ereignisse rund um die Pest in dem Stück „Der Nacht ein Ende“ von Ralf Keß. Das Flörsheimer Amateurtheater spielt es am 4./5. und 6. sowie am 11./12. und 13. November in der Kulturscheune.

Der Festreigen endet am Sonntag, 20. November, 17 Uhr, mit dem Konzert „Saltatio mortis/Totentanz“ des Limburger Domchors. Die nächste Saison der Gallus-Konzerte wird damit eröffnet.

Das Festprogramm sowie eine Einführung in die Geschichte des Verlobten Tages bietet eine städtische Broschüre, die alle Haushalte erhalten sollen.

Auch interessant

Kommentare