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Viel Durchblick ermöglicht der Tetra-Pak-Neubau.
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Viel Durchblick ermöglicht der Tetra-Pak-Neubau.

Hochheim

Feine Arbeitslandschaft

  • VonUlrich Gehring
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Die neue Tetra-Pak-Zentrale setzt auf Nachhaltigkeit und flexible Büros. Tetra Pak ist im Neubau nur noch Mieter. Die Fenster sind dreifachverglast; das Dach begrünt und dadurch zusätzlich isoliert.

In Finnland bringt die Firma Tetra Pak jetzt ihre erste Milchverpackung aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt. Stephan Karl, Geschäftsführer von Tetra Pak Mitteleuropa, hielt den Karton mit der Kappe auf Zuckerrohrbasis stolz in Händen, als er Landrat Michael Cyriax (CDU) gestern durch den im Sommer bezogenen neuen Firmensitz in Hochheim führte. Auch wenn die meisten Firmenerzeugnisse heute noch etwa 15 Prozent Polyethylenbeschichtung enthalten, nimmt das Thema Nachhaltigkeit in der Selbstdarstellung des Unternehmens breiten Raum ein.

Zwar waren es Kostengründe, die den Konzern bewogen, sein altes Verwaltungsgebäude an der Frankfurter Straße aufzugeben. 1965 bezogen, war es in die Jahre gekommen. Unter anderem der Brandschutz hätte erhebliche Investitionen erfordert, um den Bau runderneuert in Betrieb zu halten. Auch die im Lauf der Jahre fingerartig an den Zentralbau angeschlossenen Trakte schufen schließlich räumliche Zwänge, die zeitgemäßen Arbeitsabläufen immer weniger gerecht wurden.

Als deswegen Anfang 2013 die Entscheidung zum Auszug gefallen war, wurde aber auch die Chance zu einem Neubau mit zahlreichen ökologischen Verbesserungen genutzt. Von Projektentwickler Vollack hat ihn sich Tetra Pak nur wenige hundert Meter weiter westlich nach eigenen Wünschen bauen lassen. Tetra Pak ist im Neubau nur noch Mieter. Das zweistöckige Gebäude mit 4000 Quadratmetern Fläche weist vier gleich lange Seiten auf.

Im naturnah gestalteten Innenhof hat der Winter die blühenden Kirschbäumchen kalt erwischt. Schon im Foyer, wo demnächst noch die älteste Tetra Pak-Abfüllmaschine Deutschlands, ein 50er-Jahre-Modell aufgestellt werden soll, bewegt man sich auf einem schicken Schweizer Teppichboden, besonders schalldämmend und komplett aus Recyclingmaterial. Dort empfängt einen auch eine Plakatwand mit Darstellung der weiteren umweltfreundlichen Features: Luftwärmepumpen besorgen die Klimatisierung, die erst unter fünf Grad Außentemperatur durch eine Gasheizung ergänzt wird.

Die Fenster sind dreifachverglast; das Dach begrünt und dadurch zusätzlich isoliert; Außendämmung senkt den Energieverlust um bis zu 80 Prozent. Die Sanitärbereiche verwenden wassersparende Sensortechnik. Bewegungsmelder schalten die LED-Beleuchtung ab, sobald ein Büro leer steht oder der Mitarbeiter dort ein Nickerchen hält. Letzteres dürfte aber eher selten vorkommen. Die in Abstimmung mit der Belegschaft entworfene „Arbeitslandschaft“ sieht keine Einzelbüros mehr vor. Die Dienstleister bewegen sich in fein eingerichteten, offenen Räumen, die aber durch schallschluckende Wandelemente in überschaubare Zonen gegliedert sind. Selbst die Aktenschränke haben hier schalldämmende Oberflächen.

Zu ausführlicheren Telefonaten kann man sich samt Laptop in einen Bereich mit Stehpulten zurückziehen, für Vier-Augen-Gespräche in einen kleinen Glaskasten, für Meetings in Konferenzräume, die über ein Display neben der Tür reserviert werden können. Alles ist so fein eingerichtet, dass kaum auffällt, dass es in dieser hochflexiblen Arbeitsumgebung keine Zimmerpflanzen oder Familienbilder auf dem Schreibtisch mehr gibt.

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