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Feiern auch am Samstag

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Attraktion für Kinder: hoch hinaus am Seil.
Attraktion für Kinder: hoch hinaus am Seil. © Monika Müller

Erfolgreiche Premiere des "neuen Wäldchestags". Der Wäldchestag soll künftig „Städtchestag“ heißen, ob es dann noch ein "echter Wäldchestag" ist, wird leidenschaftlich diskutiert.

Von Jöran Harders

Ob der Wäldchestag noch ein „echter Wäldchestag“ ist, wenn man ihn vom Dienstag nach Pfingsten auf den darauffolgenden Samstag verlegt, darüber wurde von manchen Festbesuchern leidenschaftlich diskutiert. Schließlich sei es „ein Stück Kultur“, das Pfingstwochenende mit diesem Fest ausklingen zu lassen, das in der Kreisstadt seit rund 40 Jahren gefeiert wird. Das meinten zumindest die beiden Hofheimer Bernd Nink und Harald Hildebrandt, die schon seit mehr als einem Jahrzehnt regelmäßig als Besucher beim Wäldchestag dabei sind. Obwohl die beiden von der Verlegung nichts halten, wollen sie aber dennoch auch in Zukunft weiter mitfeiern.

Und auch die anderen Gäste sind trotzdem gekommen. „Wir hatten nicht mehr, aber auch nicht weniger Besucher als in den vergangenen Jahren“, bilanzierte der Vorsitzende des Gewerbevereins „Industrie-Handel-Handwerk“ (IHH), Bernd Wischert. Die Verlegung des Wäldchestages war von dem Verein, der das Fest ausrichtet, beschlossen worden, weil Arbeitnehmer am Dienstag nicht mehr frei bekommen. „Es hätten ganz einfach die Leute gefehlt, um den Wäldchestag am gewohnten Termin weiterzuführen“, so Wischert.

Für Steffen Ungerbiller spielte der Termin indes keine große Rolle. Wenn in der Altstadt gefeiert wird, stellt der Inhaber des Weinladens „La Bottiglia“ Tische und Bänke nach draußen und schenkt Wein aus. Das hält er beim Gallusmarkt und beim Sommernachtsmarkt so, und eben auch am Wäldchestag. „Das ist für mich eine gute Gelegenheit, den Leuten mein Sortiment vorzustellen. Wer hier beim Fest einen Wein trinkt, der ihm schmeckt, kommt vielleicht später als Kunde wieder“, sagte der Geschäftsmann.

Wein und Sekt wollten auch Jochen Sänger und Thomas Jung am Stand des Lions-Clubs unter die Leute bringen. Der Clubphilosophie entsprechend wird der Erlös aus dem Verkauf für gemeinnützige Projekte gespendet. „Wie sonst auch war es am Nachmittag ruhig und wurde dann abends voller“, stellte Sänger fest. Jung wäre ein Festhalten am Dienstagstermin lieber gewesen: „Das war ganz einfach etwas Besonderes.“ Am Wochenende müsse das Fest mit einer größeren Konkurrenz anderer Veranstaltungen leben.

Das meinte auch Sarah Ladwig, die Leiterin des Jugendlagers der Katholischen Jugendgemeinde (KJG), die ebenfalls schon seit Jahren beim Wäldchestag mit einem Getränkestand vertreten ist. Auch hätten nicht alle Gäste rechtzeitig von der Verlegung erfahren. „Ich wurde am Dienstag gefragt, wo wir denn seien.“

Standbetreiber und Veranstalter zufrieden

Trotz solcher Kritik war die Premiere des verlegten Wäldchestages für Bernd Wischert ein Erfolg. „Die meisten Standbetreiber waren zufrieden.“ Und die alternative zur Verlegung aufs Wochenende wäre gewesen, den Wäldchestag ganz abzusagen. „Das hätte bestimmt niemand gewollt“, so Wischert. Daher werde der Verein IHH aller Voraussicht nach an dem neuen Termin festhalten.

Als kleines Zugeständnis an „Traditionalisten“, wie Bernd Nink und Harald Hildebrandt, für die der Wäldchestag nur dienstags sein kann, soll das Altstadtfest ab 2015 „Städtchestag“ heißen. Am „richtigen“ Wäldchestag könnten die Leute dann ja zum Meisterturm gehen, sagte Wischert. Dort wurde in diesem Jahr zum ersten Mal wieder am Dienstag gefeiert.

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