Hattersheim

Evim-Werkstätten in Hattersheim und Wiesbaden vor der Schließung

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Die Betreuer kümmern sich in der Corona-Krise weiterhin um ihre behinderten Mitarbeiter. Auch eine Telefonsprechstunde ist eingerichtet.

Von den knapp 900 behinderten Menschen, die in den Werkstätten des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Nassau (Evim) im Hattersheimer Schlockerhof sowie in Wiesbaden beschäftigt sind, kommen aktuell nur noch rund 150 zur Arbeit. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie habe es in den letzten Tagen erhebliche Einbrüche beim Personal gegeben, sagte der Geschäftsführer der Evim-Behindertenhilfe der FR. „Viele Leute haben sich krankgemeldet oder sind ganz einfach nicht mehr am Arbeitsplatz erschienen.“

Er und sein Team erwarten täglich, dass das Hessische Ministerium für Soziales und Integration einen generellen Schließungserlass für die Behindertenwerkstätten verschickt.  Dann, so sagt Bätz, werde man versuchen, die Produktionsaufträge und Verpflichtungen vom Personal erledigen zu lassen, das üblicherweise die behinderten Mitarbeiter anleitet und betreut.

So soll beispielsweise die Bäckerei im Schlockerhof offen bleiben und die Postfiliale auf dem Sarotti-Gelände in Hattersheim, in der üblicherweise Menschen aus den Evim-Behindertenwerkstätten mitarbeiten. „Damit sichern wir die Nahversorgung in Hattersheim“, sagt Björn Bätz. Auch der Betrieb in der Gärtnerei der Schlockerstiftung solle auf jeden Fall weiterlaufen. „Wir müssen uns gerade jetzt im Frühling um die Pflanzen kümmern, sonst ist der wirtschaftliche Schaden groß“, sagt Bätz. Der Evangelische Verein für Innere Mission in Nassau hoffe diesbezüglich auf behördliche Sondergenehmigungen.

Einfach werde es nicht werden, all diese Herausforderungen zu bewältigen, weiß Björn Bätz. Umso mehr als die Menschen mit körperlicher, geistiger und psychischer Beeinträchtigung, auch wenn sie nicht in die Tagesstätten kommen, in der aktuellen Situation durchaus Unterstützung benötigen. Das Personal in den Wohnstätten werde deshalb unterstützt, man mache dort zusätzliche Angebote, berichtet Bätz. Außerdem kümmern sich die Betreuer dezentral um die Mitarbeiter der Behindertenwerkstätten. Eine telefonische Sprechstunde ist eingerichtet. Wer möchte, kann sich mit einem Betreuer auch zum Spazierengehen verabreden – immer mit dem nötigen Sicherheitsabstand.

„Wir wollen ein Signal setzen, dass wir weiter für die Menschen da sind, aber mit dem nötigen Augenmaß, um niemanden einer Infektionsgefahr auszusetzen“, betont der Geschäftsführer der Evim-Behindertenhilfe. Von einem Schließungsbeschluss der Behindertenwerkstätten, sagt Bätz, wäre das Betreuungspersonal erst mal nicht betroffen. „Wir können dann nach innen weiterarbeiten. Wie genau das aussehen kann, auf diese Frage suchen wir noch Antworten.“

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