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Europäisches Mosaik

Eschborn In der Villa Luce bauen Behinderte aus Portugal und Frankreich bunte Skulpturen

Von ANNETTE FRIAUF

Der Eingang zum Garten der Villa Luce schaut ein bisschen aus wie eine Postkarte aus Barcelona: Überall glitzern blaue, rote, gelbe, goldene Kachelscherben auf Skulpturen. Der Modernist Antonio Gaudi scheint Pate zu stehen für einen Kunstworkshop in der Behinderteneinrichtung der Lebenshilfe, bei dem Mosaikarbeiten entstehen. Acht Gäste hat die Villa Luce in die Sommerwerkstatt geladen: Jeweils zwei Gehandicapte und zwei Betreuerinnen aus Eschborns Partnerstädten Montgeron und Póvoa de Varzim. Sie sind für eine Woche Teilnehmer der Open-Air-Werkstatt.

Französisch, Portugiesisch, Englisch, Deutsch - auch die Kontakte leben von einem Mosaik der Sprachen. "Unsere Hauptsprache ist Gestik und Mimik", sagt Gastgeberin Eva Keller, die den Workshop gemeinsam mit Christa Klose leitet. Wenn es gar nicht geht, bringt Kollegin Dorothee Crüger ihre Französischkenntnisse ein. Die junge Betreuerin Andreia Martins Mota ist, wie fast alle Portugiesen, im Englischen fit.

Europa ist die Heimat aller - diese Botschaft ist den Kunstobjekten anzusehen. Männchen aus Kachelquadraten, jeweils in den drei Flaggenfarben, halten sich an den Händen. Die Bilder werden auf eine Styroporkugel geklebt, die einer Skulptur die Krone aufsetzen soll. Dazu bekommt ein Ytongstein ein buntes Kleid aus Glitzerwerk mit mediterranen Motiven. "Etoile de mer, bateau, un phare", zählt Martine Laumonier auf: Seestern, Boot und Leuchtturm, umrahmt von den Strahlen einer leuchtend orangefarbenen Sonne und einem Regenbogen. Die Skulptur bleibt an Ort und Stelle. Beim Abschlussfest am morgigen Samstag wird sie offiziell zum Exponat des Villa-Luce-Erlebnisgartens erkoren, sagt Eva Keller.

Die Einrichtung hat nicht zum ersten Mal Gäste aus den Partnerstädten. Bereits 2003, zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen, hatte Eschborn einen ähnlichen Workshop organisiert. Damals erhielt die Stadt für ihr Engagement von der EU die "Goldenen Sterne" der Städtepartnerschaften.

Die Behindertenträger tauschen außerdem Erfahrungen aus. Auch die französische Einrichtung La Volière kombiniert Wohnen mit Werkstätten. Ähnlich wie bei der Hattersheimer Schlockerstiftung arbeiten Behinderte dort in Gärtnereien. Sie kultivieren Pflanzen, die auf dem Markt verkauft werden. Mapadi in Póvoa de Varzim ist eine größere Reha-Einrichtung. Dort werden Kerzen, Tonwaren und Dinge aus Recyclingpapier hergestellt. Darüber hinaus gibt es Wassertherapiebecken und Gymnastikräume.

Für weitere Mosaikarbeiten nimmt die Villa Luce gerne alte Fliesen entgegen.

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