1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis
  4. Eschborn

Vorreiterrolle im Ökosystem Stadtwald

Erstellt:

Kommentare

33 Prozent der Fläche unterhalb des Altkönigs bleibt ohne menschlichen Einfluss

Eschborn - Darauf sind die Grünen in der Stadt stolz: „Eschborn nimmt Vorreiterrolle bei Nutzungseinstellung von Altholzbeständen und dem Erhalt von Biodiversität ein“, erklärten sie gestern und betonten, was viele Menschen wissen dürften: „Wälder gehören zu den wichtigsten Ökosystemen der Erde und bieten entscheidende Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffbindung, saubere Luft und sauberes Wasser sowie Lebensraum für Wildtiere.“

Die Wälder der Welt seien jedoch „durch Entwaldung, andere menschliche Aktivitäten und den Klimawandel“ bedroht. Um diese lebenswichtigen Ökosysteme zu erhalten, seien weltweit Schutzgebiete eingerichtet worden. Sie sollen als Biotopschutzfunktion fungieren und zu Biodiversität beitragen.

Eschborn als Eigentümerin eines 122 Hektar großen Waldareals unterhalb des Altkönigs, habe die Aufgabe, alle zehn Jahre im Zuge des hessischen Forstgesetzes seine Waldbewirtschaftung mittels eines Forsteinrichtungswerks zu analysieren und zu bewerten. Um die darin festgelegten Ziele umzusetzen, sei im Sommer 2021 ein Planungsbüro damit beauftragt worden, den naturschutzfachlichen Nutzen einer Flächenstilllegung zu bewerten und geeignete Flächen, Maßnahmenvorschläge und Entwicklungsleitlinien dafür festzustellen. Die Untersuchungsergebnisse des ökologischen Gutachtens von Teilen des Eschborner Stadtwaldes wurden nun dem Bau- und Umweltausschusses der Stadtverordneten vorgestellt.

Auch wenn ein Großteil des Eschborner Waldes weiterhin nachhaltig bewirtschaftet werde, soll sich der Wald künftig auf circa 33 Prozent der Gesamtfläche ohne menschlichen Einfluss weiterentwickeln können. Diese Fläche biete der Tier- und Pflanzenwelt einen naturnahen Waldlebensraum. Bereits vorhandene Horst- und Höhlenbäume würden so langfristig erhalten. Altholzbestände blieben im Verbund bestehen und dürfen einen vollständigen Lebenszyklus durchlaufen, von einer Naturverjüngung bis hin zu ihrer Alters- und Zerfallsphase.

Insbesondere das in dieser Alters- und Zerfallsphase entstehende Totholz biete die Lebensgrundlage für eine Vielfalt von waldtypischen Pilzen, Moosen, Flechten, Insekten, Vögeln und Fledermäusen. Schätzungsweise ein Drittel der im Wald lebenden Arten sind auf Totholz als Lebensraum angewiesen.

Mit dieser Maßnahme nehme Eschborn eine Vorreiterrolle gegenüber den Nachbarkommunen Kronberg und Oberursel ein, die eine extensive Bewirtschaftung zu respektive 80 und 20 Prozent betrieben. Eschborn sammle Ökopunkte zur Kompensation an und erfülle auch die Vereinbarung der 15. Weltnaturkonferenz (COP15) vom vergangenen Dezember. red

Auch interessant

Kommentare