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Mathias Geiger (links) gratuliert Adnan Shaikh, der neuer Bürgermeister von Eschborn wird.

Eschborn

Versöhnliche Töne nach der Bürgermeisterwahl in Eschborn

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Alle Parteien in Eschborn wollen Gräben zuschütten und konstruktiv zusammenarbeiten. Die Wahl des Ersten Stadtrates könnte allerdings zur Nagelprobe werden.

Eschborns Kommunalpolitiker geben sich nach der Bürgermeisterwahl durchwegs versöhnlich. Bereits am Wahlabend gratulierte die FDP dem Wahlgewinner Adnan Shaikh öffentlichkeitswirksam über Facebook und wünschte ihm „eine glückliche Hand“. Glückwünsche gab’s auch von Sozialdemokraten und Grünen für den gemeinsam unterstützten Kandidaten. SPD-Fraktionschef Bernhard Veeck versicherte zudem, künftig „konstruktiv und ideologiefrei“ mit den anderen Parteien zusammenarbeiten zu wollen.

Die Grünen setzen laut ihrer Fraktionschefin Bärbel Grade die Hoffnung darauf, dass Adnan Shaikh als Verwaltungschef „das Klima in unserer Stadt verbessern und einen Neustart für Eschborn schaffen wird.“

Linken-Kandidat Fritz-Walter Hornung, der mit 4,1 Prozent der Stimmen hinter seinen Erwartungen geblieben war, wünschte alles Gute. Und Adnan Shaikh selbst dankte seinen Wählern noch am Wahlabend per Video-Botschaft für die Unterstützung. Zuvor hatte er bereits ausdrücklich Mathias Geigers Engagement und Einsatz im Rathaus in den vergangenen vier Jahrzehnten gelobt. Er wolle künftig Bürgermeister für alle Eschborner sein, versicherte Shaikh.

Überzeugungsarbeit leisten muss der 46-jährige Gesamtschulleiter, der den Bürgermeisterposten im Februar 2020 übernimmt, womöglich noch im Stadtteil Eschborn. Amtsinhaber Mathias Geiger lag dort in vier Wahllokalen deutlich vorn. Sein bestes Ergebnis erzielte der Liberale in einem Wahllokal im Rathaus mit mehr als 67 Prozent der Stimmen. Auch zwei der vier Briefwahlbezirke konnte Geiger klar für sich entscheiden. Der Stadtteil Niederhöchstadt dagegen, in dem Adnan Shaikh mit seiner Familie zu Hause ist, war fest in der Hand des CDU-Kandidaten. Sein bestes Ergebnis erzielte Shaikh in den beiden Wahllokalen im Bürgerzentrum mit über 60 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag in Niederhöchstadt fast überall höher als in Eschborn.

Ihre Bereitschaft, Gräben zuzuschütten und in Eschborn gemeinsam etwas voranzubringen, können die Fraktionen demnächst beweisen, wenn ein Nachfolger für den Ersten Stadtrat Thomas Ebert (Grüne) gewählt werden soll. Seine Amtszeit endet im Februar 2020. Absprachen haben CDU, SPD und Grüne nach eigenen Angaben dazu noch keine getroffen. Als nach der CDU stimmenstärkste Fraktion wäre die SPD am Zug. Inwieweit die Grünen für sich ebenfalls einen Hauptamtlichen fordern, ist unklar. Womöglich wird die Wahl des Ersten Stadtrates auch erst stattfinden, wenn sich das Parlament nach der Kommunalwahl neu formiert hat.

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