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Stadt stockt Fördermittel massiv auf

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Für energetische Sanierungen bekommen Bauherren jetzt deutlich mehr Geld

Eschborn - Die Inflation hat auch das Bauhandwerk und die Gebäudetechnik nicht verschont - auf diese Branchen aber kommt es an, wenn Wohngebäude gedämmt und dort andere Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden. Die Stadt Eschborn stockt daher die Förderung solcher Projekte deutlich auf, teilweise um mehr als 30 Prozent. Der Bau- und Umweltausschuss hat diesem Vorschlag des Magistrats mit großer Mehrheit zugestimmt - dass die Stadtverordnetenversammlung die Erhöhung am kommenden Donnerstag endgültig beschließt, kann als sicher gelten.

Das städtische Förderprogramm gibt es seit dem Jahr 2012, seitdem wurden mehr als 1000 Einzelmaßnahmen finanziell unterstützt. Die Palette reicht vom Austausch von Fenstern und Türen über die Dämmung von Wänden, Decken und Dächern bis zum Bau neuer Heizungen und Anlagen zur Nutzung der Solarenergie. „Das ist genau der richtige Weg, um Umweltschutz zu betreiben“, lobte im Umweltausschuss der CDU-Stadtverordnete Christian Oberlis. Auch die Erste Stadträtin Bärbel Grade (Grüne) geht fest davon aus, dass wegen des Zuschusses manche Sanierungsmaßnahme überhaupt erst möglich wurde.

Tatsächlich fallen die Zuschüsse, die gezahlt werden, durchaus ins Gewicht. So bekommen Bauherren für die Dämmung von Außenwänden jetzt 35 statt vorher 25 Euro pro Quadratmeter. Für die Dämmung von Dächern werden 25 statt 20 Euro pro Quadratmeter gezahlt, wenn der Dämmstoff zwischen den Sparren eingebaut wird; für die Aufsparrendämmung sind es 40 statt 30 Euro. Wer Fenster oder Türen austauscht, kann mit 100 statt 80 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für eine neue Haustür kann es 800 statt bisher 600 Euro geben.

Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung werden nach wie vor 3000 Euro Zuschuss in Aussicht gestellt; aber wenn diese auch die Heizung unterstützen, gibt es 5000 statt zuvor 4000 Euro. Solaranlagen zur Stromerzeugung werden mit 300 Euro (bisher 200 Euro) pro Kilowatt (Peak) Leistung gefördert, Stromspeicher mit 300 statt bisher 200 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Für Wallboxen zur Aufladung von Elektroautos gibt es 400 statt bisher 250 Euro und sogar 800 statt bisher 400 Euro, wenn sie aus einer eigenen Solaranlage gespeist werden.

Die meisten Zuschüsse sind an bestimmte Voraussetzungen gebunden, etwa daran, dass bestimmte Dämmwerte erreicht werden. Auch wurden Obergrenzen festgelegt, die jetzt aber ebenfalls deutlich erhöht wurden. Vollständig ist die Liste der geförderten Maßnahmen nicht, sie wird aber auf der städtischen Internetseite veröffentlicht.

Sinnvoll ist es in dem Zusammenhang ohnehin, das Beratungsangebot der Stadt im Rathaus zu nutzen. Der Magistrat ist davon überzeugt, dass neben den finanziellen Zuschüssen gerade dieses Angebot in der Stadt - ohne lange Wege also - dazu beigetragen hat, dass viele Maßnahmen umgesetzt wurden. Nach Angaben des Magistrats werden in Eschborn zwei Prozent der Altbauten jährlich energetisch saniert, bundesweit liegt diese Quote bei einem Prozent.

Nach einer vom Magistrat zusammengestellten Statistik wurden bis Ende vergangenen Jahres 390 Fenster und 265 Dachflächenfenster sowie 260 Haustüren ausgetauscht. 126 Dächer wurden gedämmt, 265 Solaranlagen und 92 Wallboxen installiert. 84 Hausbesitzer dämmten die Außenwände mit Unterstützung der Stadt, 126 die Dächer. 34 Bauherren bekamen Zuschüsse für die Dämmung der obersten Geschossdecke, 36 für die Dämmung der Kellerdecke. Diese beiden Zahlen freilich sind überraschend niedrig. Erstens nämlich lässt sich durch die Dämmung dieser Decken mit vergleichsweise wenig Aufwand viel Heizenergie einsparen, und zweitens sind diese Maßnahmen Pflicht für alle, die ein Wohnhaus kaufen. Zusammen überschreitet die Zahl der Maßnahmen die oben erwähnten Tausend bei weitem, weil einzelne Anträge zumeist mehrere Projekte umfassen.

Wie der Eschborner Magistrat ergänzend berichtet, ist die Zahl der Anträge in den beiden vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Die Menge des mit den geförderten Anlagen erzeugten Stroms entspreche dem Verbrauch der Straßenbeleuchtung in Eschborn. Die Gesamtsumme der alleine 2022 geförderten Maßnahmen beläuft sich auf etwa 5,5 Millionen Euro.

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