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Seit 30 Jahren kämpft der Schwimmclub für eine Erweiterung des Wiesenbades.

Schwimmclub Westerbach

Eschborn: Schwimmhalle am Wiesenbad muss warten

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Die Parlamentsmehrheit aus CDU, SPD und Grüne gibt den Planern in Eschborn neue Aufgaben auf. Der Schwimmclub Westerbach kommt unterdessen an seine Grenzen.

Stephan Pohl gibt die Hoffnung nicht auf. „Ich gehe davon aus, dass die neue Schwimmhalle am Wiesenbad kommt. Sie wird halt durch den Bürgermeisterwahlkampf verzögert“, sagt der Vorsitzende des Schwimmclubs Westerbach (SCW), und ein bisschen Resignation schwingt in seinen Worten mit. Das ist durchaus verständlich. Denn der Schwimmclub kämpft bereits seit 30 Jahren für eine Erweiterung des Wiesenbades. Aktuell sei praktisch die Hälfte des Bades von 6 bis 21 Uhr von Vereinen und Schulen für Training und Schwimmkurse belegt, sagt Pohl. „Wir brauchen dringend mehr Platz.“

Dass die Parlamentsmehrheit dem Vorschlag von Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) nicht aufgegriffen hat, den Bau einer neuen Eingangshalle und eines Parkdeckes aus Kostengründen erst mal hintanzustellen und die Planung der Schwimmhalle mit acht 50-Meter-Bahnen zügig fortzusetzen, damit habe im Schwimmclub niemand gerechnet, sagt Pohl. „In zwei Ausschüssen wurde zwar Kritik geäußert, aber die Vorlage wurde durchgewinkt.“ Erst in der Stadtverordnetenversammlung sei eine andere Entscheidung gefallen.

In der Parlamentssitzung vorge Woche hatten CDU, SPD und Grüne auf Antrag der Sozialdemokraten beschlossen, dass die Planer der neuen Schwimmhalle nach Einsparpotenzial suchen sollen, um auch ohne Mehrkosten einen gemeinsamen neuen Eingang für alte und neue Halle errichten zu können.

Zudem forderten die drei Fraktionen Alternativen zur Parkplatzgestaltung. Sie sollen bis zur übernächsten Sitzungsrunde Ende November vorliegen. Schnellstmöglich solle der Magistrat außerdem ein belastbares Betriebskonzept für die Schwimmhalle vorlegen, heißt es in dem SPD-Antrag.

Kritik: reines Stückwerk

Die Vorlage von Rathauschef Geiger zum Neubau am Wiesenbad sei reines Stückwerk, der Gesamtkomplex Parken ohne Aufstellplätze für Schulbusse nicht zu Ende gedacht, argumentierte Christian Herkströter (CDU). So sei etwa von Anfang an klar gewesen, dass die neue Halle vor allem für das Schulschwimmen genutzt würde und demzufolge Busplätze nötig seien.

Wilhelm Schnorpfeil (Grüne) sprach von einer „Fehlkalkulation“ bei der Berechnung der Baukosten für die Schwimmhalle. Nach dem Vorschlag des Bürgermeisters blieben sie nur dann im Rahmen von 14 Millionen Euro, wenn eine neue Eingangshalle und das Parkdeck zunächst entfielen. Andernfalls würde die Erweiterung des Wiesenbades rund 20 Millionen Euro kosten. „Eine Ausgabe in dieser Größenordnung verdient unserer Meinung nach eine bessere Planung“, sagte Schnorpfeil.

„Sie wollen vor der Bürgermeisterwahl nur Sand ins Getriebe bringen“, rügte FDP-Fraktionschef Fritz Krüger den Beschluss von CDU, SPD und Grünen „Ein solches Vorgehen führt uns nicht weiter in der Entwicklung dieser Stadt.“ Die drei Fraktionen unterstützen gemeinsam den christdemokratischen Kandidaten Adnan Shaikh, der Amtsinhaber Mathias Geiger am 20. Oktober herausfordert.

Stephan Pohl hat indes Zahlen parat, die zeigen, wie wichtig, die neue Schwimmhalle für den Schwimmclub Westerbach ist. Seinen Angaben zufolge hat der Verein aktuell 1800 Mitglieder, von denen mehr als 1000 Kinder und Jugendliche sind. Allein im Anfängerkurs jeden Montag würden 550 Kinder ab vier Jahren drei Stunden lang Schwimmen lernen. „Dieser Kurs ist sehr günstig, den wollen wir auch weiterhin anbieten“, sagt Stephan Pohl.

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