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Schrei nach Car-Sharing

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Vielerorts, wie hier in Frankfurt, gibt es bereits Car-Sharing-Angebote. Pfeiffer-Goldmann
Vielerorts, wie hier in Frankfurt, gibt es bereits Car-Sharing-Angebote. Pfeiffer-Goldmann © Pfeiffer-Goldmann, Dennis

Verkehrsplaner stellen Ergebnis ihrer Umfrage vor

Eschborn - Eschborn schreit nach Car-Sharing“, sagt Manfred Schmid vom Stuttgarter Verkehrsplanungsbüro Institut Stadt Mobilität Energie. Mit diesen Worten fasst er das Ergebnis einer Umfrage zusammen, die sein Büro in Eschborn angestellt hat. Die Zahlen seien so, dass er schon überprüft habe, ob bei der Umfrage alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Überbewerten will er die Ergebnisse auch nicht, denn eine Zahl von 200 Fragebogen ist nicht repräsentativ für die ganze Stadt. Um ein Stimmungsbild handele es sich aber schon.

Im Einzelnen: Nur 19 Prozent der Befragten aus Eschborn, und nur 18 Prozent aus Niederhöchstadt, interessieren sich gar nicht für die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeuges. Schmid räumte ein, dass die Neigung, an einer internetgestützten Befragung zum Car-Sharing teilzunehmen, größer ist, wenn man sich dafür interessiert. Aber dass es grundsätzlich ein großes Interesse gibt, dies wird durch diese Einschränkung nicht in Frage gestellt.

Für Erledigungen und Ausflüge

Fast die Hälfte aller Teilnehmer hat auch angegeben, dass es derzeit mindestens zwei Autos im Haushalt gibt - und nach Schmids Worten sind es vor allem Zweit- oder Drittfahrzeuge, auf die durch Car-Sharing verzichtet wird. 120 der befragten 200 Personen hat auch angegeben, Car-Sharing sei die entscheidende Voraussetzung zum Verzicht auf ein Auto. Ebenfalls für das Konzept spricht, dass die meisten ein Car-Sharing-Auto für Erledigungen und Ausflüge nutzen möchten, nicht für die Fahrt zum Arbeitsplatz.

Herausgestellt hat sich auch, dass die meisten Interessenten den übergeordneten Nutzen des Konzepts im Auge haben, nicht nur die eigenen Interessen. Dies erkennt man an den Standorten der Car-Sharing-Autos, die vorgeschlagen wurden. Sie decken sich sehr weitgehend mit den Standorten, die die Gutachter mit Hilfe von Einwohnerzahlen der Quartiere, der möglichen Ziele im Stadtgebiet und anderen Faktoren ermittelt haben.

Die Planer empfehlen auch, dass die Stadt ein Car-Sharing-System nicht selbst betreibt, sondern einen bestehenden Anbieter beauftragt. Dies sehen auch die Stadtverordneten so, wie sich im Verkehrsausschuss herausstellte. Dort präsentierte das Büro das Elektromobilitätskonzept für Eschborn, das es im Auftrag des Magistrats erarbeitet hat. Car-Sharing ist eines von drei Bestandteilen des Konzepts.

Ein weiterer Baustein ist die Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Schmid geht davon aus, dass die meisten Elektrofahrzeuge künftig auf privaten Grundstücken mit Wallboxen geladen werden. Zahlreicher werden auch Ladeeinrichtungen, die Firmen auf ihren Grundstücken für die Öffentlichkeit anbieten. Daneben soll es aber auch 38 Ladepunkte an 14 Standorten auf öffentlichen Flächen geben. Über diese Standorte wird nun diskutiert und entschieden, dann soll ein kommerzieller Betreiber gesucht werden. Denn dass die Stadt selbst kommerziell Ladesäulen betreibt, das streben auch die Stadtverordneten nicht an.

Weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht der Fuhrpark der Stadtverwaltung. Dessen Elektrifizierung ist der dritte Baustein des Elektromobilitätskonzeptes. Über 60 Fahrzeuge hat die Stadt, vor allem beim Bauhof, die bis 2028 alle durch elektrogetriebene Modelle ersetzt werden sollen. Die Untersuchung hat gezeigt, dass nur selten einmal ein Auto mehr als 200 Kilometer am Tag gefahren wird - es ist also gut möglich, Elektroautos einzusetzen.

Geplant ist aber auch, den Fuhrpark effizienter zu managen. Die Verwaltung verspricht sich von einer einschlägigen Software, dass mit ihrer Hilfe sogar Autos eingespart werden können. Denkbar seien auch Modelle einer gemeinsamen Nutzung der Autos - tagsüber durch die Verwaltung, abends und am Wochenende durch Privatpersonen. Dass so etwas funktionieren kann, hat übrigens die Stadt Eppstein schon gezeigt.

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