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Die alte Schwimmhalle des Wiesenbades ist zu klein.

Eschborn

Planungsdebakel beim Eschborner Wiesenbad

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Die neue Schwimmhalle am Wiesenbad in Eschborn wird um 3,3 Millionen Euro teurer als geplant. Die Architekten haben sich mehrfach verrechnet.

Nach jahrelangem politischen Tauziehen stand 2017 endlich fest: Das Wiesenbad wird um eine zweite Schwimmhalle erweitert. Acht 50-Meter-Bahnen soll sie haben und damit auch geeignet sein, um internationale Wettkämpfe dort auszutragen.

Den Parlamentsbeschluss fasste ein Viererbündnis aus SPD, Freien Wählern, FDP und Linken. Das Architektenbüro Geising + Böker wurde mit der Generalplanung beauftragt. Der damalige SPD-Baudezernent Adi Kannengießer bescheinigte den Hamburgern „umfangreiche Expertisen im Schwimmbadbau“. Im Herbst 2018 wurden die Pläne vorgestellt.

Doch offenbar haben sich die Architekten an diversen Stellen gewaltig verrechnet beziehungsweise an der Realität vorbeigeplant. Anstelle von 15,8 Millionen Euro soll die neue Schwimmhalle mitsamt Parkdeck nun stolze 19,1 Millionen Euro kosten. Das ist in der Magistratsvorlage zu lesen, über die das Eschborner Stadtparlament am 22. August entscheiden wird. Im Bauausschuss steht das Thema bereits in der kommenden Woche auf der Tagesordnung.

Alleine 870 000 Euro an Mehrkosten entstehen demnach für einen Aufstellplatz für Schulbusse, der bisher nicht vorgesehen war, obwohl von Anfang an feststand, dass die neue Halle nicht nur von Bürgern und Vereinen, sondern auch für den Schulsport genutzt werden soll. Das vorgesehene Parkdeck müsse verschoben, der bestehende Parkplatz komplett neu geplant werden, teilt der Magistrat mit und empfiehlt, die Parkflächen erst neu anzulegen, wenn die zweite Schwimmhalle stehe. Unklar ist, ob die Eingangshalle, die die Architekten erst kurz vor der Präsentation des Vorentwurfs in ihre Planung eingearbeitet haben, überhaupt gebaut wird. Weil alte und neue Schwimmhalle miteinander verbunden sind und ein gemeinsames Brandschutzkonzept brauchen, seien gravierende bauliche Veränderungen nötig, heißt es in der Parlamentsvorlage. Von 680 000 Euro an Mehrkosten ist die Rede. Um die Kosten nicht weiter in die Höhe zu treiben, soll deshalb zunächst ohne neue Eingangshalle weiter geplant werden.

Mehrkosten von weit über einer Million Euro entstehen den Unterlagen zufolge auch bei der Baukonstruktion und bei der technischen Gebäudeausstattung der Schwimmhalle sowie für die Baugrunduntersuchung. Es seien bei der Planung unter anderem veraltete Kostenkennwerte verwendet worden, lautet die Begründung.

Im Verhältnis dazu gering mutet der Betrag von 375 000 Euro an, den die Stadt Eschborn bezahlen muss, wenn sie sich für ein Edelstahlschwimmbecken entscheidet und nicht für ein gefliestes Becken, wie der Vorentwurf es vorgesehen hat. Die Ausführung sei empfehlenswert, heißt es in der Parlamentsvorlage. Eine Ausführung in Edelstahl sei weniger schadenanfällig und verursache geringere Instandhaltungskosten als Fliesen.

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