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Eschborns ältestes Gebäude ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben.

Eschborn

Neue Pläne für Alte Mühle in Eschborn

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Die Parlamentsmehrheit aus CDU, SPD und Grünen stimmt in Eschborn für eine Sanierung und Neubauten.  

Eschborns ältestes Fachwerkhaus, die Alte Mühle am Westerbach, wird nicht nur saniert, die zerstörten Ergänzungsbauten des einstmals geschlossenen Mühlenkomplexes sollen zudem in Abstimmung mit dem Denkmalschutz rekonstruiert und wieder aufgebaut werden. Das haben CDU, SPD und Grüne am Donnerstag im Stadtparlament beschlossen. Für die spätere Nutzung wünscht sich die Parlamentsmehrheit zudem ein belastbares Konzept, das Anregungen der Bürger berücksichtigt und „dem Image der Stadt zugute kommt.“

Die drei Fraktionen lehnten mit ihrem Änderungsantrag eine Vorlage von Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) ab. Darin war lediglich die Sanierung der historischen Bausubstanz vorgesehen, um das Fachwerkhaus, das die Stadt 2007 für 1,4 Millionen Euro gekauft hat, vor dem endgültigen Verfall zu retten. Die Nutzung sollte sich auf die bestehenden Gebäude beschränken. Kleingastronomie, Wohn- und Büroräume sollten im Haupthaus unterkommen, das Torhaus Platz für Seminare bieten. Ein größerer Saal im Obergeschoss war als Trausaal vorgesehen. Auf 4,1 Millionen Euro wurden die Kosten in der Bürgermeistervorlage geschätzt. Der Magistrat und der Bauausschuss hatten dazu keine Entscheidung getroffen, Im Haupt- und Finanzausschuss stimmten FDP, Freie Wähler und Linke für die Pläne, CDU, SPD und Grüne enthielten sich. Den Änderungsantrag hätten die drei Fraktionen allein aus taktischen Gründen vor der Bürgermeisterwahl vorgelegt, kritisierte FDP-Fraktionschef Fritz Krüger im Parlament. Verwaltungschef Mathias Geiger sollten Prügel zwischen die Beine geworfen werden.

1409 wurde die Alte Mühle zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sie ist damit das älteste Gebäude Eschborns. 

2007 kaufte die Stadt das denkmalgeschützte Fachwerkgebäude und das 15 000 Quadratmeter große Gelände für 1,4 Millionen Euro von den Nachkommen der Fabrikantenfamilie Luce.

2016 wurden Pläne zur Sanierung, die Wünsche der Bürger berücksichtigten und auch Gastronomie vorsahen, präsentiert. Der Pächter sprang ab, die Pläne liegen seither auf Eis. aro

Geiger habe „ein rundes. stimmiges Konzept“ für die Alten Mühle vorgelegt, lobte Linken-Sprecher Thomas Matthes. CDU, SPD und Grüne, die sich hinter Bürgemeisterkandidat Adnan Shaikh versammelt hätten, würden das Projekt mit ihrem Änderungsantrag verzögern. Den Freien Wählern liege daran, die Alte Mühle endlich für die Bürger zugänglich zu machen, betonte auch Regine Seidel. „Wir dürfen nicht warten, bis das Gebäude zusammengefallen ist“, sagte Dietmar Jerger (Bürgerliche).

Den Christdemokraten sei es ein Herzensanliegen, die Alte Mühle zu erhalten, betonte CDU-Sprecher Christian Oberlis. „Wir wollen aber keinen Schnellschuss.“ Den Vorwurf, mit dem Änderungsantrag Wahlkampf zu betreiben, wies Oberlis zurück. Es gebe bisher mit CDU-Mann Shaikh nur einen Kandidaten für die Wahl am 20. Oktober.

Auch für die Grünen ist die Alte Mühle „mit vielen Emotionen verbunden“, wie Fraktionschefin Bärbel Grade erläuterte. Ihrer Partei sei daran gelegen, am Ende ein geschlossenes Gebäudeensemble nach heutiger Bautechnik zu haben. Die Machbarkeitsstudie der NH-Projekt Stadt aus dem Jahr 2009 könne bei den Planungen für die künftige Nutzung fortgeführt werden. Die höheren Investitionskosten für Sanierung und Ergänzungsbauten könne Eschborn locker schultern, befand Grade.

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