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Geschäftsführer Fabrizio Ferrandina im Labor.
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Geschäftsführer Fabrizio Ferrandina im Labor.

Arbeitsmarkt

Die Ideen der anderen

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Der Dienstleister Zühlke gilt als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands. Verschiedene Berufsgruppen arbeiten gemeinsam im Unternehmen und entwickeln Lösungen für Geschäftsideen verschiedener Branchen. Das Modell scheint krisenfest.

Wenn George Clooney im Werbeclip eine Kapsel in den Nespresso-Automaten wirft, haben daran auch die Mitarbeiter von Zühlke ihren Anteil: Sie haben den Milchaufschäumer dazu entwickelt. „Wir haben dazu eine Mischtechnik aus der Pharma-Industrie umgewandelt“, erläutert Marketingleiterin Barbara Dominick. Folge: Die Milch wird erwärmt und aufgeschäumt, ohne dass sie anpappt oder überläuft.

„Cross-Industry-Innovation“ nennen sie das bei der Zühlke Engineering GmbH in Eschborn, deren Geschäftsmodell es ist, die Ideen anderer bis zur Marktreife zu entwickeln – ob es sich dabei um intelligente Stromnetze, Medizintechnik, Software-Plattformen oder eben Kaffeeautomaten handelt. „Wir sind ein Lösungsanbieter“, sagt Geschäftsführer Fabrizio Ferrandina. Und dabei helfe es häufig, Technologien und Verfahren von einer Branche auf die andere zu übertragen.

Interdisziplinärer Ansatz

Von alleine geht das aber auch bei Zühlke nicht. Damit Ingenieure, Mathematiker und Informatiker an einem Strang ziehen, setzt Ferrandina auf Weiterbildung und möglichst viel interne Kommunikation. „Früher haben Mechaniker und Software-Ingenieure gar nicht miteinander gesprochen“, berichtet Ferrandina. Dabei sei der Ansatz des Firmengründers Gerhard Zühlke von Anfang an interdisziplinär gewesen.

Heute treffen sich die Eschborner Zühlke-Kollegen auf den „Piazettas“ wo sie auf jeder der drei Etagen ihren Pausenkaffee trinken können. Außerdem gibt es regelmäßig Vorträge einzelner Mitarbeiter, in denen sie den Kollegen ihre Projekte vorstellen oder das Zühlke-Camp, zu dem die Belegschaft sich für eine Woche pro Jahr in ein Hotel einmietet. Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf das von ihm etablierte „Emerging Technology Center“, in dem Zühlke-Mitarbeiter pro Jahr zwei bis drei Projekte umsetzen, die sie sich weitgehend selbst ausgedacht haben.

Die Arbeitnehmer danken es dem Unternehmen durch eine niedrige Fluktuationsrate von unter fünf Prozent. Außerdem ist Zühlke beim Wettbewerb „Great Places to Work“, den unter anderem das Handelsblatt ausschreibt, im vergangenen Jahr erneut als einer der 20 besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet worden. Unter den IT-Firmen rangiert das Unternehmen sogar unter den Top-Fünf.

Keine Krise

Das zahlt sich auch geschäftlich aus. In den vergangenen Jahren ist die Zühlke Engineering GmbH jeweils um 20 bis 30 Prozent gewachsen. „Und sogar in der Krise nach 2008 gab es bei uns weder Entlassungen noch Kurzarbeit“, betont Geschäftsführer Ferrandina.

1998 haben Firmengründer Gerhard Zühlke und er den Ableger der Schweizer Zühlke Gruppe in Eschborn eröffnet. „Am Anfang war ich der einzige Mitarbeiter“, schildert Ferrandina. Seitdem ist die Firma kräftig gewachsen: 190 Mitarbeiter hat Zühlke inzwischen in Deutschland, gut 100 davon arbeiten in Eschborn. „Und das alles aus eigener Kraft“, betont Ferrandina, „ohne Zukäufe“.

Allerdings werden die Räume an der Düsseldorfer Straße langsam zu eng. Deshalb plant das Unternehmen in den kommenden Jahren einen Umzug. „Wir wollen aber in Eschborn bleiben“, betont Ferrandina. Schließlich biete der Standort mit seiner guten Lage mitten in Deutschland und der Nähe zu den Kunden aus der Finanz- und Logistikbranche beste Voraussetzungen. Die niedrige Gewerbesteuer sei bei diesen Überlegungen nicht der wichtigste Faktor, versichert Ferrandina.

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