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GIZ wächst nachhaltig

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Sechsgeschossig, viel Glas, dazu Holz und Recycle-Beton. Im August 2025 soll das neue Bürogebäude der GIZ fertig sein. animation: caramel
Sechsgeschossig, viel Glas, dazu Holz und Recycle-Beton. Im August 2025 soll das neue Bürogebäude der GIZ fertig sein. animation: caramel © Caramel

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit lässt neues Gebäude errichten

Eschborn - Es ist schon ein gewaltiges Loch, das sich da in der Ludwig-Erhard-Straße auftut. Es ist so groß, dass von außen selbst eine Grundsteinlegung mit allerlei wichtigen Leuten recht winzig aussieht. 16 000 Quadratmeter umfasst es, das reicht für mehr als drei Fußballfelder. Vielleicht auch nur 14 700 Quadratmeter - die eine Zahl kam vom Bauherrn, dem Frankfurter Projektentwickler Phoenix Real Estate, die andere vom Käuder, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

So wichtig ist die Zahl vielleicht gar nicht. Wichtiger sind für alle Beteiligten zweifellos ein Wort und eine Zahl, nämlich August 2025. Dann soll das Gebäude fertig sein und der GIZ übergeben werden. Die GIZ, die im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungshilfeprojekte betreibt, möchte dann nämlich das Gebäude übernehmen, in dem auf 33 000 Quadratmetern Platz für rund 920 Mitarbeiter sein wird.

Gold ist sicher, Platin soll’s werden

Dass die Gesellschaft auf die Einhaltung des Zeitplanes drängt, ist keine Überraschung - wenn die Räume nicht gebraucht würden, gäbe es keinen Neubau. Für den Projektentwickler Phoeniox geht es um den Ruf - bislang habe die seit mehr als 20 Jahren bestehende Frankfurter Firma noch jedes Gebäude termingerecht abgeliefert, so Geschäftsführer Frank Lebsanft. Er will alles daransetzen, dass trotz Materialknappheit und der Probleme mit den Lieferketten der Zeitplan eingehalten werden kann.

Auch Eschborns Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU) weiß, dass die GIZ das Gebäude braucht. Denn die internationalen Aufgaben wachsen, trotz oder gerade wegen der Themen Klimawandel, Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg.

Dem Rathauschef ist außerdem aufgefallen, dass bald nach dem August 2025 wieder Bürgermeisterwahl ist. Dass es ihm helfen würde, wenn die GIZ bis dahin fertig ist, meint er freilich nicht ganz ernst, zumindest dürfte das für die Bürgermeisterwahl nicht entscheidend sein. In Eschborn immerhin kann man aus dem Hinweis schlussfolgern, dass Shaikh sich um eine weitere Amtszeit bewerben möchte.

Zurück in die Ludwig-Erhard-Straße: Dort entsteht ein sechsgeschossiger Gebäudekomplex, der sich aus zwei Gebäuderiegeln zusammensetzt, die durch ein gemeinsames Erdgeschoss miteinander verbunden sind. Drinnen haben neben den Büros auch noch ein Restaurant, Konferenzbereiche und ein Rechenzentrum Platz. Glas ist das dominierende Element bei der Gestaltung der Fassaden, dazu kommt Holz.

Mit Blick darauf betonte GIZ-Vorstandsvorsitzende Tanja Gönner, dass das Gebäude ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit gebaut werden soll. Deshalb wird reichlich Holz in den Fassaden verbaut, deshalb wird Beton aus Recyclingmaterial verbaut, deshalb soll der Komplex mit Erdwärme beheizt werden, so wie das schon bestehende GIZ-Gebäude gleich nebenan. Die Vorstandschefin Tanja Gönner erwähnte außerdem, dass die Außenflächen naturnah gestaltet werden sollen. Die Pläne reichen für eine Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen aus; eine Platin-Zertifizierung und damit die hochwertigste Zertifizierung überhaupt wird angestrebt.

Für Projektentwickler Phoenix soll dies erst der Anfang sein. Geschäftsführer Lebsanft kündigte an, das Gebäude sei der Auftakt für eine nachhaltige Entwicklung des gesamten Quartiers Eschborn-West. Das Unternehmen habe bereits weitere Flächen erworben. Für die GIZ bedeutet das Projekt die Möglichkeit, die Eschborner Mitarbeiter an einem Standort zu konzentrieren. Und Eschborn kann davon deshalb ausgehen, dass die GIZ in der Stadt bleibt.

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