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Mathias Geiger ist seit 2014 Rathauschef in Eschborn.

Eschborn

Geiger warnt vor Eingemeindung Eschborns

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Bürgermeister Mathias Geiger will den Bau des Frankfurer Neubaugebietes „Josef-Stadt West“ mit Blick auf Eschborn mit allen Mitteln verhindern. 

Mathias Geiger (FDP) hat nicht nur seine Wiederkandidatur bei der Bürgermeisterwahl relativ spät bekanntgegeben. Der Amtsinhaber hat auch viel Zeit verstreichen lassen, ehe er gestern, eine knappe Woche vor dem Urnengang am 20. Oktober, sein Wahlprogramm vorstellte. „Ich kann ja nicht das Rathaus zusperren, sondern musste das alles neben meiner Arbeit als Bürgermeister machen“, sagte er gestern vor Journalisten. Auf 60 Seiten formuliert der Liberale, der als unabhängiger Bewerber antritt, seine „Ziele für Eschborn“. Eine Kurzversion von Geigers Wahlprogramm wurde auf einem vierseitigen Flugblatt bereits an alle Haushalte verteilt.

Es sind weiterhin große Räder, die Geiger in Hessens reichster Stadt drehen will: Die Sanierung des Rathauses, der Neubau der Stadthalle, der Bau einer neuen Schwimmhalle am Wiesenbad und die Sanierung der historischen Hofreite Alte Mühle zählen dazu. Finanziell dürfte das kein Problem sein, denn auch 2020 wird die Gewerbesteuer kräftig sprudeln, und Eschborn hat weiterhin 220 Millionen Euro an Rücklagen.

Gescheitert sind die Vorhaben bislang eher an der komplizierten Gemengelage in der Kommunalpolitik. Entscheidungen im Stadtparlament wurden entweder lange aufgeschoben oder neu formierte Bündnisse hoben alte Beschlüsse wieder auf.

Nunmehr, so stellte Geiger in Aussicht, sei man so weit, dass mit der neuen Schwimmhalle und der Umgestaltung der Alten Mühle 2020 begonnen werden könne. Auch die Bauvorhaben Rathaus und Stadthalle sollen in seiner nächsten Amtszeit in Angriff genommen werden.

Seniorengerechte Wohnungen will Geiger in der Unterortstraße

Ein eigenes Kapitel in Geigers Wahlprogramm befasst sich mit dem Thema Verkehr. Erst vor kurzem habe er sich mit dem obersten Chef der Deutschen Bahn getroffen, um die Sanierung der heruntergekommenen Eschborner Bahnhöfe zu besprechen. An dem Vorhaben waren bereits drei seiner Amtsvorgänger gescheitert. „Wer hier mit dem Zug ankommt, glaubt, er ist in einem ‚Präriekaff‘ gelandet. Das muss sich dringend ändern“, findet der Rathauschef.

Das Gewerbegebiet am Helfmannpark soll nach Geigers Vorstellung an die U-Bahn-Linie 6 angeschlossen, eine Verbindungsstraße ins boomende Gewerbegebiet Süd gebaut werden. Vom geplanten Stadtbus sollen vor allem ältere Bürger profitieren.

Seniorengerechte Wohnungen will Geiger in der Unterortstraße im Stadtzentrum bauen, außerdem bezahlbaren Wohnraum für Studenten in Form von Mikroappartements schaffen.

Das von Frankfurt propagierte neue Baugebiet beidseits der Autobahn 5 will er mit allen Mitteln westlich der Autobahn verhindern. Werde die „Josefstadt“ realisiert, sei zwangsweise wieder das Thema Eingemeindung auf dem Tisch, fürchtet er.

Auf seine erste Amtszeit blickt Mathias Geiger zufrieden zurück. Er habe nicht nur den Eschborner Stillstand beendet, sondern auch die Geldverschwendung, ist er überzeugt. „Und das, obwohl sich die Parteien in der Stadt nach wie vor über so gut wie nichts einig sind.“ Wenn auch nicht in der Politik, zumindest in der Eschborner Bevölkerung „ist dadurch Ruhe eingekehrt“.

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