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Der 17-geschossige Büroturm überragt das neue Büroviertel „Eschborn Gate“.

Eschborn

Frankfurter Investoren bauen „Eschborn Gate“

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An der Einfahrt zum Gewerbegebiet Eschborn Süd soll ein großes neues Büroquartier entstehen. Der in die Jahre gekommene Hellweg-Baumarkt wird dafür abgerissen.

Der eine oder andere wird beim Namen „Eschborn Gate“ hellhörig: Droht der nächste kommunalpolitische Skandal in der Main-Taunus-Stadt gleich hinter der Frankfurter Stadtgrenze? Werden womöglich wieder einmal lange verborgene Intrigen in Hessens reichster Stadt aufgedeckt?

Nichts von alledem ist der Fall. „Eschborn Gate“ heißt das neuestes Projekt des Frankfurter Projektentwicklers OFB im Gewerbegebiet Eschborn Süd. Der Bürokomplex soll auf dem Gelände des Baumarktes Hellweg in der Frankfurter Straße entstehen – in prominenter Lage, gleich gegenüber der vor eineinhalb Jahren eröffneten SAP-Deutschland-Zentrale.

Der Name „Eschborn Gate“ beschreibe den Standort des neuen Businessquartiers, erläutert OFB: Es liege direkt an der Abfahrt der Autobahn A 66 nach Eschborn und werde quasi das Tor zum boomenden Gewerbestandort bilden. Zahlreiche weltweit agierende Unternehmen, darunter die Deutsche Börse und die Deutsche Bank, haben hier ihren Sitz. Vielerorts wird neu gebaut, alte Bürogebäude werden komplett entkernt und erneuert, andere abgerissen. Die Baukräne sind weithin sichtbar.

Mehr als 35 000 Arbeitsplätze gibt es in den fünf Eschborner Gewerbegebieten. 


Das Gewerbegebiet Eschborn Süd ist mit 50 Hektar und rund 21 000 Arbeitsplätzen das größte unter ihnen. Viele international agierende Unternehmen haben dort ihren Sitz. Die Deutsche Bank und die Deutsche Börse zählen dazu.

21 500 Einwohner hat Eschborn zusammen mit dem Stadtteil Niederhöchstadt. aro

Auf dem rund 30 000 großen Areal, auf dem jetzt noch die in die Jahre gekommenen Hallen des Baumarktes mitsamt Gartencenter stehen, will der Projektentwickler mehrere sechsgeschossige Bürogebäude errichten. Eine Art Landmarke soll der 17 Stockwerke hohe Büroturm von Eschborn Gate werden. Für den gesamten Komplex ist ein vielfältiger Nutzungsmix angekündigt. Neben repräsentativen Foyers soll es Mietflächen geben, die sich in Einheiten von bis zu 400 Quadratmetern aufteilen lassen.

Vor kurzem sei mit der Vermarktung des ersten Bauabschnittes begonnen worden, sagte ein Firmensprecher auf FR-Anfrage. Mit Interessenten liefen bereits sehr konkrete Gespräche. Um welche Unternehmen es sich dabei handelt, teilen die Investoren nicht mit. Der Bauantrag soll eingereicht werden, sobald „eine bestimmte Vorvermietungsquote“ erreicht ist, heißt es. Baubeginn könnte den Angaben zufolge noch in diesem Jahr sein.

Projektentwickler OFB arbeitet bei Eschborn Gate in einem Joint Venture mit dem Kölner Unternehmen Art Invest Real Estate zusammen. Als Grund für das Engagement nennen die beiden Investoren die gute Verkehrsanbindung des Eschborner Gewerbegebietes, das in direkter Nähe zu drei Autobahnen, nah an Frankfurt und in geringer Entfernung zum Frankfurter Flughafen liege. Dazu sei der Gewerbesteuerhebesatz mit 330 Prozent sehr niedrig. Ein Vorteil sei auch die gute „Sichtbarkeit“ von Eschborn Süd, dessen Bürotürme an der A 66 Ortsunkundige gerne mal mit denen des Frankfurter Bankenviertels verwechseln. Die geplante Regionaltangente West soll in Eschborn zwei Haltepunkte bekommen. Für Pendler wird das Gewerbegebiet dadurch künftig leichter erreichbar sein.

OFB engagiert sich nicht zum ersten Mal in Eschborn Süd. Die Frankfurter Investoren haben auch den 43 Meter hohen Büroturm mit der verspiegelten Glasfassade an der Frankfurter Straße gebaut, in den SAP im Oktober 2018 eingezogen ist. Partner war bei diesem Projekt die Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft.

Die beiden Investoren wollen auch in Zukunft gemeinsame Wege im Eschborner Gewerbegebiet gehen. Direkt angrenzend an das SAP-Gebäude an der Frankfurter Straße 5 planen sie im Joint Venture einen achtgeschossigen Hotelneubau für die H-Hotels-Gruppe, teilten sie mit. Das neue H+-Hotel soll über 215 Zimmer verfügen und ein öffentlich zugängliches Restaurant haben. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2020 geplant. Ende 2022 soll das H+-Hotel eröffnet werden.

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