Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dank seiner Gewerbegebiete ist Eschborn eine reiche Stadt.
+
Dank seiner Gewerbegebiete ist Eschborn eine reiche Stadt.

Eschborn

Eschborn: Stadt im Geldregen

Bürgermeister Adnan Shaikh rechnet für 2022 erneut mit Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer. 200 Millionen Euro sind im Haushalt veranschlagt. Doch das meiste davon muss die Stadt wieder abgeben.

Geldsorgen hat Hessens reichste Stadt nach wie vor keine. Ganz im Gegenteil: Bei einem Haushaltsvolumen von knapp 240 Millionen Euro steht im Eschborner Etatentwurf für 2022 unter Strich ein Plus von 12,5 Millionen Euro. Mit 200 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen rechnet Bürgermeister und Kämmerer Adnan Shaikh (CDU) für das kommende Jahr, 17,3 Millionen an Einkommensteuer sind auf der Einnahmenseite veranschlagt.

85 Prozent aller Steuereinnahmen sind allerdings Durchlaufposten. 195 Millionen Euro muss Eschborn an Umlagen wieder abgeben, alleine 100 Millionen Euro flössen in die Kreis- und Schulumlage, berichtete Shaikh in einem Pressegespräch. Die 20 000-Einwohner-Stadt, in der unter anderem die Deutsche Börse ihren Sitz hat, finanziere damit ein Drittel des Main-Taunus-Kreishaushaltes. „Wir sind hoch solidarisch“, sagte Shaikh.

Angesichts der Tatsache, dass Eschborn 328 Millionen Euro auf der hohen Kante hat, nehmen sich die Investitionen, die im kommenden Jahr eingeplant sind, fast bescheiden aus. 60 Millionen Euro sind es insgesamt, 30 Millionen Euro sind für Bauprojekte vorgesehen, darunter 20 Millionen Euro für den Neubau der Stadthalle und die Sanierung des Rathauses. Weil Kapazitäten in der Verwaltung fehlen, kann mit diesen Arbeiten im nächsten Jahr jedoch noch nicht begonnen werden.

Geld für Frankfurt

Fast eine halbe Million Euro verteilt Eschborn 2022 an Fördergeldern an Frankfurt und die Region.

An die Alte Oper , das English Theatre, die Oper Frankfurt und das Filmmuseum gehen je 50 000 Euro. Das Dialogmuseum erhält 20 000 Euro.

Für kleinere Kultureinrichtungen ist im Haushalt 2022 ein Budget von 50 000 Euro eingeplant.

Für das Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ sind 215 000 Euro vorgesehen. aro

Für die Sanierung von Eschborns ältestem Gebäude, der Alten Mühle, ist der Bauantrag bereits gestellt. Das Fachwerkensemble soll für insgesamt sechs Millionen Euro zu einer Begegnungsstätte werden. Vier Millionen Euro gibt es für den Bau einer zweiten Schwimmhalle am Wiesenbad, eine Million Euro sind für die Instandhaltung der Multisportanlagen in der Stadt vorgesehen, zwei Millionen Euro für einen neuen Kunstrasenplatz an der Westerbach-Sportanlage.

Gute Nachrichten gibt es für alle, die in Eschborn wohnen und für die ansässigen Betriebe: Steuern und Gebühren bleiben 2022 unverändert. Der Hebesatz für die Gewerbesteuer liegt weiterhin bei nur 330 Punkten.

Wohin mit den Millionen?

Eine Sorge treibt Kämmerer und Stadtverordnete auch im reichen Eschborn um: Wie legt man die vielen Millionen, die die Stadt in den Rücklagen hat, am besten an? Alleine 90 000 Euro habe Eschborn 2021 bisher an „Verwahrentgelten“, sprich Strafzinsen, für seine Bankguthaben bezahlen müssen, sagte Shaikh. Bei privaten Instituten dürfe das städtische Geld wegen fehlender Einlagensicherung nicht mehr geparkt werden. Die Greensill-Pleite kostete die Kommune 35 Millionen Euro. Eine neue Anlagenrichtlinie sei in Arbeit, ein Akteneinsichtsausschuss solle die Gepflogenheiten der letzten Jahre unter die Lupe nehmen und Entscheidungshilfen für das Parlament liefern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare