Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Ziegel an der Fassade der Neubauten erinnern an das Rathaus der 1970er Jahre.
+
Die Ziegel an der Fassade der Neubauten erinnern an das Rathaus der 1970er Jahre.

Eschborn

Eschborn: Neue Stadthalle und größeres Rathaus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
    schließen

Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbes sieht eine Ensemblelösung auf dem Rathausplatz vor. Wie viel die Stadt für das Großprojekt ausgeben muss, ist unklar.

Europaweit hat die Stadt Eschborn einen Architektenwettbewerb für ihr Großprojekt „Neubau der Stadthalle und Bücherei und Sanierung und Erweiterung des Rathauses“ im November 2020 ausgeschrieben. Das Interesse war enorm. 177 Büros bewarben sich um die Teilnahme, nach Losentscheid durften am Ende 30 ihre Ideen zur Neugestaltung der Stadtmitte am Rathausplatz vorlegen. Zehn kamen in die engere Auswahl.

„Die Ergebnisse sind ganz unterschiedlich ausgefallen“, berichtete Juryvorsitzender Zvonko Turkali bei einem Pressegespräch. Von großvolumigen Gebäudekomplexen, die Rathaus, Bücherei und Stadthalle unter einem Dach vereinen wollten, bis zu Ensemblelösungen mit drei getrennten Gebäuden habe es diverse Spielarten gegeben.

Am Ende wählte die Jury einstimmig den Entwurf des Augsburger Büros Löhle Neubauer Architekten auf den ersten Platz. Trotz relativ geringer Eingriffe in den Gebäudebestand sehe er eine großzügige und funktionale Lösung vor, lobte Turkali. Die relativ flache Stadthalle an der Ostseite, der fünfgeschossige Rathausneubau und der sanierte Altbau des Verwaltungsgebäudes in der Mitte sowie die neue Bücherei an der Westseite grenzten den Rathausplatz optimal ein. Ein „hochattraktiver Stadtraum“ werde auf diese Weise geschaffen, der in seinen Proportionen zu Eschborn passe. Die großvolumigen Bauten anderer Entwürfe hätten die Dimensionen gesprengt. „Wir wollten in der Innenstadt keine neuen Maßstäbe setzen“, sagte Turkali.

Chronologie

Über Abriss und Neubau von Stadthalle und Rathaus wird in Eschborn seit mehr als zehn Jahren diskutiert.

Im Jahr 2011 stellte Ex-Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) Gutachten und Pläne dazu vor. Kosten von bis zu 89 Millionen Euro standen im Raum.

In einem Bürgerbegehren entschieden die Eschborner:innen im April 2012, dass das alte Rathaus stehen bleiben soll. Der Neubau der Stadthalle war unstrittig.

Einen Architektenwettbewer b für das Großprojekt beschloss das Parlament im Jahr 2019, Ende 2020 wurde er ausgeschrieben. Nun steht der Sieger fest.

57 Millionen Euro waren zuletzt für die Neugestaltung der Eschborner Stadtmitte veranschlagt. Wie hoch die Kosten tatsächlich sein werden, steht noch nicht fest. aro

Dass wie beim bestehenden Rathaus aus den 1970er Jahren Ziegel als Material für die neuen Fassaden verwendet würden, freue ihn besonders, sagte Eschborns Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU). Es sei ein Element von Kontinuität, auf das die Bürgerinnen und Bürger Wert legten. Mitreden sollen die Menschen in Eschborn auch bei der weiteren Gestaltung der öffentlich zugänglichen Bereiche der neuen Gebäude. Im kommenden Jahr werde es Werkstattgespräche geben, bei denen Anregungen zu Stadthalle, Bücherei und dem Bürgerbereich des Rathauses gesammelt würden, um sie in der Planung zu berücksichtigen, kündigte Shaikh an.

In den vergangenen Jahren haben sich die Eschborner Stadtverordneten bereits sehr ausführlich mit der Raumaufteilung der Gebäude befasst. So sind etwa die Vorgaben für die neue Stadthalle mit 600 Sitzplätzen und absenkbarem Boden das Ergebnis von 14 Sondersitzungen des Bau- und Umweltausschusses und einer zweitägigen Exkursion zu vergleichbaren Häusern in der Region. Im neuen Rathauskomplex, der den Platz dominieren wird, soll künftig die gesamte Verwaltung unterkommen. Büros wird es dann auch für die Finanzabteilung geben, für die Zentralen Dienste, das Personalwesen, die Kulturabteilung und die Stadtpolizei, die zurzeit ausgelagert sind. Der Bürgermeister wird sein Büro im obersten Stock des Neubaus haben. Dass die Bücherei ein eigenes Gebäude mit Vorlesesaal und Leseterrasse bekommt, stelle ihre besondere Bedeutung heraus, sagte Shaikh.

Im kommenden Jahr soll das Stadtparlament über den Siegerentwurf abstimmen; danach können die Planungen für das Großprojekt weitergehen. Der Zeitplan und die genauen Kosten seien aktuell nicht absehbar, sagte der Rathauschef. „Das müssen wir erst in Ruhe kalkulieren.“

In einer Ausstellung im Kleinen Sitzungssaal des Eschborner Rathauses können bis zum 29. November zehn Entwürfe samt Siegerentwurf besichtigt werden. Führungen beginnen am 23. und am 25. November um 18.30 Uhr. Anmeldung unter: bauen@eschborn.de

Rainer Loehle (rechts) und Martin Obst präsentieren den Sieger-Entwurf des Architektenwettbewerbs.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare