Eschborn

Eschborn: Kein Stadtjubiläum wegen Corona

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Feierlicheiten rund um die Ersterwähnung der Stadt vor 1250 Jahren sind auf 2021 verschoben. Das Eschenfest fällt dieses Jahr aus.

In knapp vier Wochen sollte es losgehen mit den Feierlichkeiten zum 1250. Stadtjubiläum Eschborns. Am 15. Mai wollte Bürgermeister Adnan Shaikh (CDU) das Eschenfest eröffnen. Für den 12. Juni waren ein Bürgerfest und ein Festkommers für geladene Gäste geplant. Nun sind sowohl das Eschenfest als auch alle Jubiläumsfeierlichkeiten abgesagt und auf 2021 verschoben.

Wegen der Coronavirus-Pandemie wäre es unverantwortlich, die Veranstaltungen wie geplant stattfinden zu lassen, teilte der Rathauschef mit. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Magistrat und den im Stadtparlament vertretenen Fraktionen getroffen worden. „Das ist uns nicht leichtgefallen“, betonte Shaikh. Immerhin hatte das städtische Kulturreferat unter der Leitung von Johanna Kissel monatelang an dem Festprogramm gearbeitet. Und Schüler des Kunst-Leistungskurses der Heinrich-von-Kleist-Schule hatten zusammen mit dem Institut für Gebrauchsgrafik ein eigenes Logo für das Stadtjubiläum entwickelt, das die Verbindung herstellt zwischen dem alten Eschborner Ortskern und den modernen Gewerbegebieten.

Ausfälle für Vereine

Bereits das traditionelle Eschenfest sollte im Zeichen des Jubiläums stehen. Geplant war unter anderem ein Weindorf auf dem Rathausplatz, ein 38 Meter hohes Riesenrad sollte aufgestellt werden, Bands für Konzerte auf insgesamt drei Bühnen waren gebucht.

Für die Verköstigung der Festbesucher sollten wie immer die örtlichen Vereine sorgen. Für viele von ihnen sei das Eschenfest eine wichtige Einnahmequelle, hielt Shaikh fest und versprach: „Ich möchte die betroffenen Vereine nicht hängenlassen, wir finden gemeinsam einen Weg, ihnen unter die Arme zu greifen.“

Beim eigentlichen Jubiläumsfest am 12. Juni sollte es schließlich um die Ersterwähnung Eschborns in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch gehen. Im Jahr 770 schenkten zwei Brüder dem Kloster Teile ihres Besitzes in Eschborn. Es handelte sich um Ackerland, 43 Leibeigene und einen Weinberg, was zeigt, dass Eschborn bereits vor 1250 Jahren eine florierende Siedlung war.

Digitale Entdeckerkarte

Eine Ausstellung mit Bildern und Exponaten aus der langen Geschichte der Stadt bereitet Archivar Gerhard Raiss gerade für das Stadtmuseum vor. Ob die Schau wie geplant Ende Juni eröffnet werden kann, steht noch nicht fest.

Weiter ausgebaut und mit Informationen bestückt wird in jedem Fall die digitale Entdeckerkarte, die unter anderem Auskunft gibt über bekannte Eschborner Persönlichkeiten und historische Gebäude. Sie ist auf der städtischen Homepage abrufbar: www.eschborn.de/ entdeckerkarte.

Um trotz Corona fit zu bleiben, läuft derweil eine Frau aus Eschborn zehn Kilometer auf dem eigenen Grundstück. Das sind 165 Runden ums eigene Haus.

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