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Der Bahnhof Eschborn-Mitte ist bisher nicht barrierefrei.

Eschborn

Bald barrierefrei zum Bahnsteig in Eschborn

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Nach jahrelangem Tauziehen liegt eine Planungsvereinbarung zum Umbau des S-Bahn-Haltes in Eschborn-Mitte vor. Der RMV und die Stadt sollen sich die Kosten teilen. Das letzte Wort hat das Parlament.

Manche Ecken des Bahnhofs Eschborn-Mitte wirken wie vergessene Orte. Die Wände der orangefarben gekachelten Unterführung sind mit Graffitis beschmiert, Dreck und trockenes Laub sammeln sich in den Ecken. Die Treppen sind an vielen Stellen ramponiert. Damit vom Bahnsteigdach, dessen Löcher erst vor einigen Jahren gestopft wurden, keine Teile auf Wartende und Passanten fallen, ist ein grünes Netz darunter gespannt. Einen Aufzug oder Rampen gibt es nicht. Gehbehinderte und Eltern mit Kinderwägen können die S-Bahn-Züge nicht barrierefrei erreichen.

Bahnhöfe
Die S-Bahnlinien 3 und 4 halten in Eschborn Süd, Eschborn-Mitte und Niederhöchstadt.

Die Bahnhöfe Eschborn-Mitte und Niederhöchstadt, die von vielen Pendlern frequentiert werden, sind dringend sanierungsbedürftig. Der Bahnhof im Gewerbegebiet Eschborn Süd wurde bereits 2008 modernisiert. aro

Wie in einem „Präriekaff“ müsse sich fühlen, wer in Eschborn-Mitte aus dem Zug steige, hatte Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) im Bürgermeisterwahlkampf gesagt und in Aussicht gestellt, dass demnächst in Kooperation mit der Deutschen Bahn die dringend nötige Sanierung in Angriff genommen werde. Ein erster Schritt in diese Richtung ist nun getan. Wie Geiger mitteilte, liegt eine Planungsvereinbarung zwischen der Deutschen Bahn als Eigentümer, dem Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) und der Stadt Eschborn vor. Darin sind die Kosten der Planungsphasen definiert, für die die Grundlagen ermittelt und ein Vorentwurf erstellt werden sollen. Die Stadtverordnetenversammlung muss darüber noch abstimmen.

Die Pläne sehen vor, im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofes in Eschborn-Mitte zwei Außenbahnsteige mit neuem Leitsystem, Beleuchtung und Lautsprechern zu bauen. Die Bahnsteige werden überdacht und erhalten je zwei Wetterschutzhäuschen. Die barrierefreie Erschließung über den Bahnübergang soll durch geeignete Gehwege und Rampen mit geringer Steigung zu den Bahnsteigen geschaffen werden. Der vorhandene Mittelbahnsteig einschließlich Treppe und Einhausung wird zurückgebaut. Die Unterführung wird verkürzt und modernisiert, der Bahnübergang Schwalbacher Straße wird ebenfalls erneuert.

Den Angaben zufolge werden für die erste beiden Planungsphasen Kosten von insgesamt 230.000 Euro veranschlagt, die Stadt und RMV jeweils zur Hälfte übernehmen. Für die Planungsphasen drei und vier entstehen Kosten von 530.000 Euro, Eschborn zahlt davon 371.000 Euro, der RMV 159.000 Euro.

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