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Therese Hertel will die Schüler für Dinge begeistern, die ihr selbst am Herzen liegen.
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Therese Hertel will die Schüler für Dinge begeistern, die ihr selbst am Herzen liegen.

Lernhilfe

Absolventen helfen Schülern

Hochschul-Absolventen sollen Schüler beim Lernen unterstützen. Sie bieten Hilfe im und nach dem Unterricht. Bundesweit gibt es bereits rund 130 solcher "Begleiter".

Von Jöran Harders

Manchmal ist Therese Hertel auch für den sprichwörtlichen Tritt in den Hintern zuständig. Seit August 2013 ist sie als so genannte "Fellow" (Begleiterin) an der Heinrich-von-Kleist-Schule. In dieser Funktion hat sie beispielsweise dem 14 Jahre alten Amine bei der Bewerbung für ein Praktikum geholfen, ihn bei der Zusammenstellung der Unterlagen und bei Telefongesprächen mit Betrieben unterstützt. Amine bekam einen Praktikumsplatz in einer Kindertagesstätte. "Da fühle ich mich sehr wohl", stellt er fest.

Therese Hertel gehört zu bundesweit rund 130 Akademikern, die nach einem mit Auszeichnung abgeschlossenen Studium für zwei Jahre an eine Schule gehen, ehe sie in der Regel eine andere Laufbahn einschlagen. In Hessen sind vier Fellows im Einsatz. Organisiert wird das Projekt von der Initiative "Teach First", die die Hochschulabsolventen unter anderem pädagogisch vorbereitet. Denn die Fellows kommen nicht aus Lehramtsstudiengängen, sondern aus den verschiedensten Fachrichtungen.

Frischer Wind für die Schulen

28 Stunden pro Woche kommt Therese Hertel an die Heinrich-von-Kleist-Schule und soll sowohl während der Schulstunden als auch außerhalb als Ansprechpartnerin für die Hauptschüler da sein. "Im Unterricht kommt sie als zusätzliche unterstützende Lehrkraft zum Einsatz, so dass in geteilten Lerngruppen oder im Team-Teaching gearbeitet werden kann", erläutert Schulleiter Adnan Shaikh. Darüber hinaus bietet Hertel Hausaufgabenbetreuung oder Arbeitsgemeinschaften an. Eine Umwelt-AG hat sie bereits eingerichtet.

Das Programm soll frischen Wind an die Schulen bringen. Die Fellows sind ausdrücklich nicht als Ersatz für fehlende Lehrer oder als Konkurrenz fürs Kollegium gedacht. "Die Fellows sollen den Schülern zusätzliche Angebote machen, für die die Lehrer keine Zeit haben", sagt Shaikh. Von den 27 000 Euro, die ein Fellow pro Jahr kostet, muss die Heinrich-von-Kleist-Schule nur einen geringen Eigenanteil bezahlen. Den größten Teil der Kosten teilt sich die Taunus-Sparkasse mit der gemeinnützigen Gesellschaft Aqtivator. Laut Beschreibung richtet sich "Teach First" an "förderungswürdige Kinder und Jugendliche" – an der Heinrich-von-Kleist-Schule sind das die Hauptschüler der achten Klasse.

Für Therese Hertel ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nichts Neues. Als Gruppenleiterin war die 30-Jährige lange Zeit bei den Pfadfindern aktiv. Als Fellow versucht sie die Schüler auch für die Dinge zu begeistern, die ihr selbst am Herzen liegen. "In der Umwelt-AG haben wir über das Fairtrade- und das Bio-Siegel gesprochen und wollen jetzt einen Schulgarten anlegen", erzählt Hertel, die sich während ihres Master-Studiums mit nachhaltigem Ressourcenmanagement beschäftigt hat. "Für junge Menschen ist es wichtig zu erkennen, welche Einflüsse unser Handeln auf unsere Umgebung hat, aber auch wie sich unser Handeln global auswirkt."

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