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Abschied mit gemischten Gefühlen

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Die Atmosphäre war - wenn das Wetter mitspielte - durchaus stimmungsvoll. Wirklich viel los war auf der Plastikbahn allerdings nicht.
Die Atmosphäre war - wenn das Wetter mitspielte - durchaus stimmungsvoll. Wirklich viel los war auf der Plastikbahn allerdings nicht. kreuzer © skr

Schlittschuhlaufen auf der Kunststoffbahn bei zu viel Regen

Eschborn - Vom Ansturm in der vergangenen Saison war man dieses Mal weit entfernt, sind sich alle Beteiligten einig. Aber die Situation könne man eben auch nicht vergleichen, hieß es. Nicht nur dass - aus Energiespargründen - nun erstmals eine Kunststoffbahn zum Einsatz kam; auch das regnerische Wetter verdarb so manchem die Lust aufs Schlittschuhlaufen.

An guten Tagen seien es etwa 80 Besucher gewesen, berichtet Daniel Pfaff, der mit seiner Firma für den Betrieb der Bahn zuständig war und pro Tag bis zu 50 Paar Schlittschuhe verlieh: „Letztlich war die ,Glice‘-Bahn jetzt tatsächlich die beste Lösung, denn bei diesen milden Temperaturen in den vergangenen Wochen wäre es sehr schwierig geworden, eine Eisbahn instandzuhalten, da die Kühlaggregate nur bis zu einer gewissen Temperaturdifferenz gut funktionieren.“

Insgesamt sei er nicht unzufrieden, auch hätte er viel positives Feedback bekommen: „Unser Publikum ist halt deutlich jünger geworden, und gerade die Sechs- bis Zehnjährigen und alle Anfänger, die das erstmal ausprobieren wollten, hatten ihren Spaß. Auch für die Eltern war es viel einfacher, gemeinsam mit ihren Kindern zu üben.“ Die geübteren Läufer äußerten sich eher kritisch, da für sie eine normale Eisbahn wesentlich spannender sei.

Deutlich gemischte Gefühle hat auch Bernd Kreiner von K&B Streetfood, der für die Bewirtung und das Hüttendorf zuständig war: „Wenn’s lief, dann lief es gut, also mit vielleicht 200 bis 300 Gästen, aber das waren lediglich wenige Tage. Aufgrund des schlechten Wetters haben wir vermutlich nur rund 60 Prozent des Umsatzes vom vorigen Winter erzielt - trotz der damals noch geltenden Corona-Beschränkungen und Einlasskontrollen.“

Süßwaren gar nicht gefragt

Gerade seit Neujahr habe sich nur noch wenig getan, und so versuchte er, seine Kosten möglichst weit runterzufahren: „Die Feuerholztonnen habe ich dann nicht mehr betrieben, außerdem erst später am Nachmittag geöffnet, auch wenn das der Veranstaltung nicht zuträglich ist, aber ich musste Personal sparen.“ Während der Getränkestand, die Wurst- und die Crêpes-Bude gut frequentiert wurden, auch wenn es für einen Glühwein manchmal wohl schlichtweg zu warm war, schloss der Süßwarenstand mangels Nachfrage bereits nach Weihnachten.

Erfolgreicher liefen nach Aussage der städtischen Kulturabteilung die Donnerstagabende, an denen sich Singer und Songwriter wie Tine Lott, Marvin Kollmann und auch Lugert & Friends mit Live-Musik die Ehre gaben.

Alle Beteiligten sind jedenfalls auf die Nachbesprechung gespannt und haben direkt Vorschläge für die kommende Saison. „Meiner Meinung nach sollte es wieder eine richtige Eisbahn beziehungsweise angepasste Öffnungszeiten geben“, so Kreiner, der sich auch mehr Werbung gewünscht hätte.

„Besser man öffnet erst um 15 oder 16 Uhr, aber macht abends länger, also bis 22 Uhr. Auch wäre es vielleicht sinnvoller, früher im Dezember anzufangen, aber dann Anfang Januar wieder abzubauen.“ Daniel Pfaff schaut jedenfalls recht optimistisch in die Zukunft: „Ich denke, wir werden jetzt erstmal schauen, inwieweit sich das Ganze gelohnt hat und bei den Bürgern ankam. Außerdem müsse man halt auch abwarten, wie sich die Energiesituation bis zum Herbst entwickelt und ob man dann wieder eine Eisbahn verantworten kann.“

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