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Konflikt um Regionaltangente in Eschborn gelöst

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RTW-Geschäftsführer Horst Amann verzichtet auf eine Klage. Die Stadt kann die Autobahnabfahrt ins Gewerbegebeit Süd ohne Zusatzkosten bauen.

Die endgültige Entscheidung, das Budget für die Planungsgesellschaft der Regionaltangente (RTW) um 1,7 Millionen Euro aufzustocken, wird das Eschborner Parlament in der kommenden Woche treffen. Doch alles deutet darauf hin, dass der Konflikt zur Trassenführung ausgestanden ist, der die Planungen für das größte Schienenbauprojekt im Rhein-Main-Gebiet seit Monate verzögert und der Planungsgesellschaft fast die Zahlungsunfähigkeit beschert hätte.

Die RTW werde den städtischen Bebauungsplan für die Abfahrt von der Autobahn A 66 in das Gewerbegebiet Süd auf eigene Kosten überplanen und so die Voraussetzung dafür schaffen, dass sich Bahntrasse und der von Hessen Mobil geforderte Wirtschaftsweg für die Autobahnabfahrt nicht mehr tangieren, kündigte RTW-Geschäftsführer Horst Amann am Mittwochabend im Bau- und Planungsausschuss an. Er habe gehofft, den Konflikt zwischen den beiden Bauvorhaben durch eine Vereinbarung mit der Stadt Eschborn lösen zu können. „Das ist aber nicht gelungen“, räumte Amann ein.

Bei einem Gespräch in Wiesbaden, zu dem Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) eingeladen hatte, sei nun eine Lösung gefunden worden, damit die RTW-Gesellschaft ihre Planungen fortführen kann. Seit Mitte vergangenen Jahres waren sie nur schleppend vorangekommen. Als einziger Gesellschafter hatte Eschborn sich geweigert, einer dringend nötigen Budgetaufstockung zuzustimmen. Amann seinerseits hatte mit Klage gedroht, sollte die Stadt nicht einlenken. Die Fronten waren verhärtet.

„Wir werden nicht gegen Bebauungsplan für die Autobahnabfahrt in die Düsseldorfer Straße klagen“, sicherte Horst Amann am Mittwoch den Eschborner Parlamentariern jetzt zu. Die CDU hatte im Vorfeld den Verzicht auf eine juristische Auseinandersetzung als Bedingung genannt, dass die Fraktion der Budgetaufstockung zustimmt.

Eschborn: Drei Haltepunkte vorgesehen

„Der Weg bis zum Einlenken durch die RTW-Planungsgesellschaft war lange, aber es hat sich gelohnt, dass die CDU eine klare Position bezogen hat“, resümierte der christdemokratische Stadtverordnete Christian Oberlis nach der Ausschusssitzung. Für die Budgetaufstockung und den damit verbundenen Beitritt von Bad Soden und Sulzbach als neue RTW-Gesellschafter wollen auch Linke und SPD in der Parlamentssitzung am 7. Februar stimmen. Bereits vor der Ausschusssitzung hatte Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) auf die Bedeutung der Regionaltangente für den Wirtschaftsstandort Eschborn hingewiesen. Drei Haltepunkte der RTW sind im Stadtgebiet vorgesehen.

Ein Konsens zeichnet sich auch zum Thema Barrierefreiheit an der RTW-Haltestelle Sossenheimer Straße ab. Vor allem die Grünen hatten darauf gedrungen. Die Planungsgesellschaft sei bereit, sich um den Bau einer spindelförmigen Rampe zu kümmern, auf der Radfahrer, Fußgänger und Rollstuhlfahrer die Bahnsteige erreichen könnten, ohne Treppen oder Aufzüge nutzen zu müssen, sagte Horst Amann. Bis Mitte Februar soll dazu in Eschborn eine Entscheidung fallen. Er halte die Spindel für absolut nötig, sagte Stefan Schwammel (SPD) vom Behindertenbeirat. „Kaputte Aufzüge sind dann kein Problem mehr.“

Positiv äußerte sich auch Thomas Buch vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Main-Taunus. Der Club favorisiert in seinem Konzept RTW-Plus überörtliche Radrouten, die parallel zur RTW-Trasse verlaufen sollen. Die Spindel an der Sossenheimer Straße könne ein Baustein für einen solchen Fernradweg sein, sagte Buch. Sie hoffe, dass das Land Hessen auch an anderen Stellen eine integrierte Planung von Bahntrasse und Fahrradwegen vorantreibe, sagte Grünen-Fraktionschefin Bärbel Grade.

Die Regionaltangente West - das Projekt

Durch die Regionaltangente West (RTW) soll eine direkte Verbindung geschaffen werden zwischen dem Hochtaunuskreis, dem Main-Taunus-Kreis, Frankfurt-Höchst, dem Flughafen und dem Kreis Offenbach.

Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2025 vorgesehen.

Prognosen zufolge nutzen 30 Prozent der zukünftigen RTW-Fahrgäste derzeit das Auto. aro

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